TRAUMA ist eine Band, die man nicht mehr unbedingt auf dem Schirm haben musste. Am ehesten sind sie dafür bekannt, dass METALLICAs CLIFF BURTON sich hier seine ersten Sporen verdiente, bevor er sich James und Lars anschloss. Ohne ihn veröffentlichten Trauma 1984 ihr für lange Zeit einziges Album „Scratch And Scream“, das flotten US-Metal bot, aber nicht nachhaltig in die Musikgeschichte einging.
Seit 2013 ist die Band wieder aktiv. „As The World Dies“ ist nunmehr das zweite Album des zweiten Kapitels der Band. Und da ist festzustellen, dass die Band gut gealtert ist. Ihren Sound hat sie dezent modernisiert, ohne sich anzubiedern oder aufgesetzt zu wirken. Die Musik erinnert mit Stakkato-Riffs und geschickten Tempovariationen an US-Metal-Größen wie NEVERMORE oder METAL CHURCH. Wenn es mal in härtere Gefilde geht, drängt sich auch der Vergleich zu neueren OVERKILL-Alben auf. Auch 35 Jahre nach dem Album-Debüt hat der Sänger DONNY HILLER seine durchdringende, ausdrucksstarke Stimme behalten.
Der Band gelingt es meist, ihre Songs abwechslungsreich zu gestalten und viel Dynamik zu vermitteln. Besonders geglückt sind an mehreren Stellen die Übergänge von der Strophe in den Refrain („Run For Cover“), die Melodien im Refrain („From Here To Hell“) und die gefühlvolle Gitarrenarbeit („Last Rites“).
So finden sich auf der ersten Hälfte des Albums recht viele Highlights. Die abschließenden Songs können dieses Niveau dann nicht mehr ganz halten.
„Asylum“ ist eher unspektakulär, „Entropy“ klingt weniger zwingend als die vorangegangen Nummern und „Cool Aid“ irritiert durch seltsamen, mehrstimmigen Gesang. Das schmälert den Gesamteindruck aber kaum, und so ist „As The World Dies“ ein unerwartet gutes Album einer Band, die sich anschickt, noch einmal ordentlich Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
FAZIT: Auf dem neuen Album „As The World Dies“ von TRAUMA treffen sich starke Riffs, flotte Melodien und ausdrucksstarker Gesang. Das hohe Niveau wird zwar nicht durchgängig gehalten, „As The World Dies“ ist aber dennoch ein überraschend starkes Album geworden.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.02.2019
Greg Christian
Donny Hiller
Steve Robello, Joe Fraulob
Kris Gustofson
Pure Steel Records
44:11
15.02.2019