Die Indie-Pop-Truppe TURNOVER existiert seit nunmehr zehn Jahren. Einen ersten kommerziellen Erfolg konnte die Band allerdings erst 2015 mit dem Album „Peripheral Vision“ verbuchen. Nun legen die drei Herren aus Virginia Beach mit „Altogether“ ihren vierten Langspieler vor.
Was sich vor zwei Jahren mit dem „Peripheral Vision“-Nachfolger „Goog Nature“ bereits angedeutet hat, erfährt mit dem zehnteiligen neuen Album jetzt leider seine Bestätigung: Wenn man dessen Vorgängern immerhin zeitweilig starke Momente, gefällige Hooks und solides Handwerk attestieren darf, so erzeugt „Altogether“ nun ein befremdliches Gefühl elektronischer Kälte und Oberflächlichkeit.
Ein feines Händchen haben TURNOVER einzig mit dem Titel des Albums gehabt; dieser lässt sich auch mit „alles in allem“ übersetzten und trifft durchaus zu: Auf „Altogether“ verschmelzen die Instrumente und die nicht eben dynamische Stimme von Austin Getz über weite Strecken und bei gleichbleibenden Tempi zu einem eintönig-klebrigen Einheitsbrei. Daran vermögen auch die dezenten Bongo-Einsätze im Song „Sending Me Right Back“ nichts zu ändern.
Die Texte der Band machen das Ganze nicht genießbarer. Was soll man davon halten, wenn einer darauf wartet, „das Kribbeln ihrer Lippen zu spüren“, nur um darauf ihre Berührung als Beruhigungsmittel zu preisen? Und Feststellungen wie „While the days go by, everything gets old“ machen’s letztlich auch nicht interessanter.
FAZIT: „Altogether“ wird heuer kaum mehr von einem Spitzenplatz unter den langweiligsten Erscheinungen des Jahres zu verdrängen sein. Zur Verzagtheit neigende Zeitgenossen sollten überdies die Ohren davon lassen – die Gefahr, mit der Neuen von TURNOVER endgültig in Schwermut zu versinken, darf nicht unterschätzt werden.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.11.2019
Danny Dempsey
Austin Getz
Austin Getz
Casey Getz
Run For Cover Records
34:39
01.11.2019