ANNEXATION sind seit fünf Jahren in Sachen Thrash unterwegs und - das erkennt man bereits an den Pseudonymen der Mitglieder und den Titeln der Songs auf "Inherent Brutality" - mit spürbarer Fan-Begeisterung bei der Sache. Die multikulturelle Band aus Berlin scheint zudem einen Narren an Echsen und dergleichen gefressen zu haben, denn bereits ihr erstes und einziges Demo hieß 2017 "Reptile World Order", wohingegen "Inherent Brutality" nun dort anknüpft, wo das Quintett im vergangenen Jahr musikalisch auf der EP "Jackhammer Treatment" aufhörte.
Die Gruppe um Gitarrist und Gründer Lizard Gonzales orientiert sich nicht nur in ästhetischer Hinsicht (Artwork, Texte) an dem, was US-amerikanische Acts gegen Ende der 1980er vorgemacht haben, weshalb beim Hören ihres Debüts ständig Erinnerungen an Alben wie "Pleasures of the Flesh", "Impact is Imminent" (Exodus), Demolition Hammers "Tortured Existence" oder "Slaughter in the Vatical" (Exhorder) aufkommen.
'A.T.R.', eine Eröffnung nach Maß, spinnt zunächst den Faden fort, den ANNEXATION zwischenzeitlich mit dem Abschlusstrack des erwähnten Kurzformats ('Final Battle') gekappt haben: empörte Vocals (Zetro Souza lässt grüßen), rasantes Schlagzeugspiel mit zahlreichen Breaks und einige wirklich halsbrecherische Riffs machen gleich Bock auf mehr vom Gleichen, das die Gruppe dann auch liefert.
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Im Umkehrschluss ist die Einseitigkeit der Platte auch ihr empfindlichster Schwachpunkt, den man gleichwohl als Genre-Fan relativieren darf. Heraus ragt inmitten des wütenden Getümmels neben dem teils im Midtempo zockelnden 'Beyond Humanity' das wohl "deutscheste" Stück 'Craving For Flesh', zum dem es weise auch ein Video gibt, weil es das Selbstverständnis der Band im Grunde auf ein paar Minuten kondensiert abbildet.
FAZIT: "Inherent Brutality" ist ein ordentliches Debüt - nicht nur für eine deutsche Band - und platziert ANNEXATION als für die Zukunft zweifelsohne relevante Band auf der Szene-Landkarte. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/bd27826a38734244b00b3762481db399" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.09.2020
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