Nachdem sie mit ihrem selbst betitelten Album 2017 einen Chart-Hattrick abschlossen, begehen ASKING ALEXANDRIA gewissermaßen einen Neuanfang unter alten Voraussetzungen, denn ihr 2015 ausgestiegener Sänger ist zurückgekehrt und lässt die Modern-Rock- bzw. Nu-Metal-Heroen fast wieder so hungrig klingen wie auf ihren ersten beiden Scheiben.
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Die neue (sechste) hört sich nun aufgrund Danny Worsnops Stimme zwar sofort ungleich vertrauter als ihr Vorgänger an, doch der Frontmann hat zusammen mit Gitarrist und Bandgründer Ben Bruce anders als bisher Abstand davon genommen, sich in den Songtexten jede mögliche Peinlichkeit zu erlauben. Auch wenn die Frühdreißiger immer noch für Party-Scherze zu haben sind, verkneifen sie sich auf 'Like a House on Fire' sexistischen Schrott und zumindest die allerdoofsten Parolen, was zunächst einmal erfreulich ist.
"Like a House on Fire" beginnt vielleicht auch deshalb verhältnismäßig "erwachsen" mit dem getragen soul-poppigen 'House on Fire', das genauso wie kurz darauf die Video-Single 'Antisocialist' inklusive gesampelter Fetzen weiblicher Gesangsstimmen beinahe auch von Maroon 5 stammen könnte … und wer sich nun mit Grausen abwendet, darf beruhigt sein, denn ASKING ALEXANDRIA Hauen auch wieder kräftig auf den Putz - etwa mit dem an eine Mischung aus Marilyn Mansion und neueren Billy Talent gemahnenden 'Down to Hell' oder dem nervös treibenden Über-Ohrwurm 'It's Not Me (It's You)'.
Der schon anfangs anklingende Hauch von Wehmut zieht sich jedoch im Großen und Ganzen durch das gesamte Material (höre etwa auch 'All Due Respect' und 'What's Gonna Be', das quasi als Power-Ballade durchgeht), während sich die Gruppe mit dem AutoTune-Verbrechen 'Give You Up' vielleicht so weit ins Electro-Metier begibt wie nie zuvor. Zur Vollendung ausgereift ist ihr raumgreifender Entwurf von Radiomucke mit harten Gitarren spätestens jetzt.
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FAZIT: Drei Handvoll Hochglanz-Metal-Pop-Hits für die Schlagerlisten nicht nur Nordamerikas - ASKING ALEXANDRIA sind mit zurückgekehrtem alten Sänger etwas zahmer und "ruhiger" geworden, der Perfektion auf "Like a House on Fire" aber sehr nahe gekommen. Egal was man von einem solchen Kunstprodukt hält: besser geht's im Grunde genommen nicht. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/ed222e0529034cb69b13d30b999f1e4e" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.05.2020
Sumerian
45:25
15.05.2020