Zurück

Reviews

Döda Havet: Tid och rum

Stil: Classic Rock

Cover: Döda Havet: Tid och rum

Im Leerformelbegriffsdreieck (Space, Psych, Kraut) des sogenannten Vintage Rock ist stets Platz für eine weitere Band - zum Beispiel DÖDA HAVET, die nach ihrem unbetitelten Debüt rasch eine zweite LP nachreichen und darauf der kurzen Zwischenzeit entsprechend wenig anders machen als zuvor.

Um ihren Retro-Stil genauer zu beschreiben, taugen Vergleiche zu Prog-affinen Landsleuten von DÖDA HAVET, allen voran vielleicht Dungen oder Träd, Gräs & Stenar, wobei die Songs auf “Tid och rum” (Deutsch: "Zeit und Raum") dem übergeordneten Titel gemäß auch etwas Weltfremdes, Psychedelisches ausstrahlen.

Andererseits hört man der durch bis zuletzt sporadisch gegebene Konzerte hörbar intuitiv aufeinander eingenormten Gruppe an, dass einige ihrer Mitglieder im Metal zu Hause sind. Sogar Extrem-Fan Lawrence Mackrory (u.a. Darkane-Frontmann, Sänger auf dem großartigen Andromeda-Einstand "Extension of the Wish" und Produzent) scheint mittlerweile in klassischen Hardrock verliebt zu sein, denn DÖDA HAVET zählen ihn als Bassisten zu ihrer Aufstellung, und dass die Platte sowohl von friedlich verspulten Lyrics als auch kauzigen Synthesizer-Melodien durchdrungen ist ('Arcana'), stellt keinen Widerspruch zu den Ursprüngen der Band dar.

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/btFvpvarmUw" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

Immerhin fungiert Einsamkeit als Leitmotiv des Materials, wie man insbesondere der Auskopplung 'Hjärnspöket' ("Hirngespinst") oder dem in der zweiten Hälfte herrlich heavy werdenden 'Söndag' anmerkt. Generell alle Tracks sind von leiser Melancholie durchzogen, und poppiges Klavier-Geklimper, wie es sich in den 1960ern verstärkt von der US-Westküste aus in den Charts aller Herren Länder festsetzte, konterkariert diesen Eindruck bis zu einem gewissen Grad.

Das macht "Tid och rum" ausgesprochen kurzweilig - umso mehr angesichts seiner sowieso knausrigen Gesamtspielzeit - und dennoch nicht zu einem Knaller, weil den Protagonisten dafür mehr schlagfertige Refrains wie jene von '7000 dagar' und 'Levande eller död' von der Hand gehen müssten.

FAZIT: Guter Vintage Rock mit ätherischer Note, charismatischem Sänger und demnach auch einem schärferen Profil, als es die meisten Retro-Acts aufweisen - DÖDA HAVET dürfen gern am Ball bleiben und werden, falls sie dies tun, in ihrem angestammten stilistischen Feld wahrscheinlich eine Marke für sich. <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/c47fb4f82a9243e2b73265198d70dc63" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.08.2020

Tracklist

  1. Atlantis mitt
  2. Arcana
  3. 7000 dagar
  4. Avsked
  5. Hja?rnspo?ket
  6. Söndag
  7. Levande eller död
  8. Bra?ttom

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Gaphals / Cargo

  • Spieldauer

    34:41

  • Erscheinungsdatum

    28.08.2020

© Musikreviews.de