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The Nude Party: Midnight Manor

Stil: Americana

Cover: The Nude Party: Midnight Manor

Auf ihrem zweiten Album gelingt THE NUDE PARTY der Coup, komplett live mitgeschnittene Songs so hochglänzend perfekt wirken zu lassen, dass man pedantisch in einem Studio umgesetzte Arrangements dahinter wähnt. Andererseits strahlt "Midnight Manor" dann eben doch die Unmittelbarkeit eines Konzerts aus, was daran liegt, dass die Band beim Songwriting schneller als auf ihrem Debüt auf den Punkt kommt.

Erfahrung in dieser Hinsicht dürfte die vom Start weg erfolgreiche Band, zu deren Förderern u.a. Blues-Verjünger Jack White gehört, auf Tournee gemacht haben, woraufhin sie vermutlich auch den dabei gewonnene Schwung in dieses Projekt einfließen ließ.

Ebenfalls hört man "Midnight Manor" an, dass die Arbeit und das Leben der Mitglieder in einer ländlichen Umgebung starken Einfluss auf ihr Schaffen üben. Das Dutzend Songs klingt urig, wenn auch nicht pastoral folkig, sondern im Gegenteil größtenteils ziemlich urban. 'Whats The Deal' kommt wie die frühen Rolling Stones auf dem Bläser-Trip daher, wohingegen die epischen Balladen 'Shine Your Light' und 'Time Moves On' über einen schwebenden Charakter verfügen

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Rockabilly gibt es in Form von 'Pardon Me Satan' auf die Ohren, und der Velvet-Underground-mäßig launische Schleicher 'Cure is You' steht ganz für sich allein. Die Gitarristen Patton Magee und Shaun Couture prägen unterdessen chorisch vorgetragene Parts, die sich geradezu perfide im Kopf festsetzen. Nichtsdestoweniger geht der Scheibe gegen Ende mit dem labbrigen 'Things Fall Apart' und der plätschernden Semiakustik-Country-Nummer 'Nashville Record Co.' die Energie flöten, doch die Kompositionen an sich bleiben durchweg insofern ohne Tadel, als sie eben direkt ins Ohr gehen … das Hauptanliegen der "Nudisten" vermutlich.

FAZIT: Hämmernde Piano-Akkorde, passgenauer Satzgesang und zahllose Zitate aus dem jüngeren American Songbook verbinden sich bei THE NUDE PARTY derzeit zu einem kompakten Album zwischen naivem Westcoast-Pop ('Easier Said Than Done' und verwegenem Honky-Tonk-Rock ('Lonely Heather'), das keine Ausfälle verzeichnet. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/d9653e2fe8b54adaab5ed0b3eb6f5105" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.09.2020

Tracklist

  1. Lonely Heather
  2. Pardon Me Satan
  3. Cure is You
  4. Easier Said Than Done
  5. Shine Your Light
  6. Whats The Deal
  7. Cities
  8. Thirsty Drinking Blues
  9. Time Moves On
  10. Judith
  11. Things Fall Apart
  12. Nashville Record Co.

Besetzung

  • Bass

    Alec Castillo

  • Gesang

    Patton Magee, Shaun Couture, Alec Castillo

  • Gitarre

    Patton Magee, Shaun Couture

  • Keys

    Don Merrill

  • Schlagzeug

    Connor Mikita

  • Sonstiges

    Austin Brose (Percussion)

Sonstiges

  • Label

    New West / Pias-Rough Trade

  • Spieldauer

    42:59

  • Erscheinungsdatum

    02.10.2020

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