In seinen Texte ließ THE PINEAPPLE THIEFs Strippenzieher Bruce Soord schon immer recht tief blicken, aber während der akustischen Sessions, die der Frontmann nach den durch die 2020 ausgebrochene Viruspandemie zerschlagenen Tournee-Pläne seiner Gruppe notgedrungen per Stream übers Internet abhielt, wirken sie umso eindringlicher, wovon man sich auf dieser kurzen Platte überzeugen kann.
Nachdem der Brite mit dem kürzlich erschienenen "richtige" Longplayer "Versions Of The Truth" ein neuerliches Kreativ-Hoch erlebte, markiert "The Soord Sessions Vol. 4" das letzte von insgesamt vier Events, und wurde ausschließlich fürs Vinyl- bzw. digitale Format aufbereitet. Als längere EP umfasst die Chose zwei Nummern des letzten Studioalbums und ein paar altbewährte Lieder der Band, die bei keiner Show fehlen dürfen.
Das fast heitere 'Demons', bei dem der Protagonist praktisch eine Interaktion mit fiktivem Publikum simuliert, bringt die Absicht hinter dem in jeder Hinsicht spontanen Projekt auf den Punkt und gestaltet sich ebenso ausschweifend (fast acht Minuten) wie das finale 'Bond' als rührende Schlussnote. Dadurch, dass 'All This Will be Yours' hingegen mit gelooptem Rhythmus-Fundament (Rassel, Klopfen auf den Korpus des Instruments) und ein paar cleanen E-Gitarren-Melodien zu den herausragenden Nummern im Aufgebot zählt, repräsentiert es den eigentlichen "Ananasdieb"-Sound am ehesten.
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Das stark an Porcupine Tree erinnernde Leitmotiv von 'Last Man Standing' gibt in minimalistischer ein ebenson stattliches Bild ab wie das trotz seines bedrückenden Charakters letztlich aufbauende 'The Solitary Path Of A Convicted Man'.
Der Zugang, den man durch diese Scheibe zu Bruce Soord erhält, dürfte persönlicher sein, als es das bisherige Gesamtwerk seiner Band ermöglicht. Im Rahmen des Events fehlt durch dessen reduzierte Anlage bedingt gleichwohl der sagenhaft einfallsreiche Punch von Band-Schlagzeuger Gavin Harrison, doch der aufgeräumte Sound des ganzen hebt Soords kompositorische Talente umso weiter hervor - Lagerfeuer-Mucke im besten Sinn.
FAZIT: Hübsches Zwischendurch-Ding ohne "laue" Töne von THE PINEAPPLE THIEF und ein liebenswerter Nachsatz auf das aktuelle Studioalbum der britischenAlternative-Proggies. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/c936160a2c0c4337833ead7ee8a5058c" width="1" height="1" alt="">
Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.12.2020
Bruce Soord
Bruce Soord
Kscope / Edel
39:25
04.12.2020