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The Struts: Strange Days

Stil: Hardrock

Cover: The Struts: Strange Days

Auf "Strange Days" prunken THE STRUTS mit einer beachtenswerten Gästeliste, die nicht nur Albert Hammond Jr. von The Strokes und - echt jetzt - Robbie Williams umfasst, aber Namedropping allein ist nicht das, was die Platte besonders macht, denn die Band fokussiert das, worauf es ankommt - die Musik an sich, egal wer ihr bei der Umsetzung im Studio beigestanden hat.

Das bombastische, wirklich ergreifende Titelstück, das Frontmann Luke Spiller im Duett mit niemand Geringerem als dem letztgenannten Popsternchen singt, ist demzufolge auch nicht unbedingt das Highlight der Platte, selbst wenn es auch Elton John zur Zierde gereichen würde. Vielmehr reicht es nicht ganz bis die Augenhöhe von 'All Dressed Up With Nowhere To Go', einem lebensfrohen Seventies-Rocker der lockeren Sorte, und dem knapp sechseinhalbminütigen 'Cool' das auf einem unwiderstehlichen Bass-Motiv beruht. Das lakonisch getragene 'Burn It Down' hingegen konterkariert den himmelhoch jauchzenden Grundcharakter von "Strange Days" und macht es zusammen mit dem einfühlsam soulig-bluesigen Finale (wie aus einem rauchigen Club) 'Am I Talking To The Champagne (Or Talking To You)' überhaupt erst zu einem ausgewogenen Album im klassischen Sinn.

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Zwischen alledem geht das Kiss-Cover 'Do You Love Me' als piekfeiner Garage Rock mit polternden Drums und einem chorischen Refrain für die Arenen der 1980er durch, wozu auch das darauffolgende 'I Hate How Much I Want You' mit den beiden Def-Leppard-Urgesteinen Joe Elliott (hinterm Mikro) und Phil Collen (Gitarre) passt. In 'Wild Child' macht sich hingegen Rage Against The Machines Gitarren-Exzentriker Tom Morello mit seiner unverkennbaren Handschrift breit.

Der sonnige Singalong 'Another Hit Of Showmanship' (Albert Hammond Jr. sang selten besser) und das sympathisch breitbeinige 'Can`t Sleep' runden ein fulminantes Album ab.

FAZIT Mit hrem dritten Longplayer legen THE STRUTS ein sensationelles Werk vor, was bodenständigen Hardrock fürs Hier und Jetzt angeht. Die britischen Glam-Fans verbinden auf "Strange Days" alte Tugenden und zeitloses Songwriting mit einer knallig zeitgemäßen Produktion und unbeugsamen Attitüde, wie um dafür zu kämpfen, dass Genre-Klischees (Sex, Drugs und so …) nach wie vor unbedingt liebenswürdig sind. Die prominente Gästeschar? Nebensächlich! <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/a3a62f5f59d64cfa98fa50a98122efad" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.10.2020

Tracklist

  1. Strange Days
  2. All Dressed Up With Nowhere To Go
  3. Do You Love Me
  4. I Hate How Much I Want You
  5. Wild Child
  6. Cool
  7. Burn It Down
  8. Another Hit Of Showmanship
  9. Can`t Sleep
  10. Am I Talking To The Champagne (Or Talking To You)

Besetzung

  • Bass

    Jed Elliott

  • Gesang

    Luke Spiller

  • Gitarre

    Adam Slack

  • Schlagzeug

    Gethin Davis

Sonstiges

  • Label

    Interscope / Polydor / Universal

  • Spieldauer

    49:55

  • Erscheinungsdatum

    16.10.2020

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