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Thomas Walter Maria & Kapelle: Timeless

Stil: Swing

Cover: Thomas Walter Maria & Kapelle: Timeless

Dieses Quintett um den versierten Holzbläser und Sänger Thomas Walter Maria (u.a. Gitte Hænning) hat sich Retro-Jazz auf die Fahnen geschrieben und erweist sich beim Erstkontakt als spritziges Projekt. THOMAS WALTER MARIA & KAPELLE musizieren mit zeitlosem Anspruch, wie der Titel dieses Albums schon sagt, und erfüllen dieses Versprechen durchaus, auch wenn ihr Repertoire aus mit vielen eigenen Ideen gespickter Reigen aus Coverversionen so, wie er in Szene gesetzt wurde, irgendwie doch nur aus dem Hier und Jetzt stammen kann.

"Timeless" mag mitunter den Eindruck erwecken, seine Schöpfer meinten es ironisch, doch der Ernst, mit dem THOMAS WALTER MARIA & KAPELLE zur Sache gehen, ist zu jeder Sekunde unleugbar. Mit Posaune, Saxofon, Klarinette und Querflöte, vor allem aber spielerischem Esprit sowie einer leichtfüßig schwungvoll aufspielenden Rhythmusgruppe arbeiten sich die Protagonisten gekonnt an Fremdkompositionen ab, die in den seltensten Fällen als Standards gelten.

Blechbläser Simon Harrer prägt das Geschehen neben dem Pianisten Marius Moritz maßgeblich. Die selbst geschriebenen Nummern 'Diese Drobigs' (fungiert als Intro bzw. retardierendes Moment vor dem unzerstörbaren Evergreen 'La Paloma' in einer sehr pfiffigen Interpretation), 'Bossa Antigua' (rein instrumental), 'Luiza' als elegische Ballade und 'Blaue Nacht in Mexico (Frenesí)' - Latin mit Crooner-Flair - eignen sich prima als Ansatzpunkte um die Bandbreite der Combo auf den Punkt zu bringen.

Richtig überraschend wird "Timeless" eher selten, nachdem sich die Combo in der Vergangenheit auch schon zu 'Smells Like Teen Spirit' hinreißen ließ. Aufhorchen lassen dennoch insbesondere das vorwitzig mit Percussion unterlegte 'Whatever Lola Wants', das entkitschte 'I Didn't Know What Time It Was' vom James Last Orchester sowie 'Cucurrucucu Paloma', ein Posaunen- und Streicher-Drone mit wehmütigen Vocals.

Abgerundet vom sich selbst erklärenden 'Mambo Italiano' und einer Varation auf die Titelmelodie des "James Bond"-Streifens "Goldfinger" sowie 'Remember Mike & Ben', das hauchzart wie von einer alten Platte des Labels Blue Note dargeboten wird, lässt man sich die Platte als niveauvolle Zeitreise durch den frühen Swing und vieles gefallen, was darauf aufbaute.

FAZIT Bandleader Thomas Walter Maria ist ein ausgezeichneter Komponist und Arrangeur mit Humor und dem musikalischen Herzen am Rechten Fleck; wer sich nämlich selbst nicht immer hundertprozentig für voll nimmt, sein künstlerisches Schaffen dafür aber umso mehr, kann eigentlich gar nicht baden gehen. <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/7884c7f2bb194dd1838f5458b1863cb2" width="1" height="1" alt="">

Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.01.2020

Tracklist

  1. Diese Drobigs I
  2. Blaue Nacht in Mexico (Frenesí)
  3. I Didn't Know What Time It Was
  4. Cucurrucucu Paloma
  5. Whatever Lola Wants
  6. Bossa Antigua
  7. Mambo Italiano
  8. Goldfinger
  9. Morgens bin ich immer müde
  10. Luiza
  11. Paquito
  12. You Only Live Twice
  13. Remember Mike & Ben
  14. Diese Drobigs II
  15. La Paloma

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Eigenvertrieb

  • Spieldauer

    59:25

  • Erscheinungsdatum

    22.11.2019

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