Zurück

Reviews

An Early Bird: Diviner

Stil: Rock

Cover: An Early Bird: Diviner

Ein „Diviner“ ist ein Wahrsager, ein „Water Diviner“ ist ein Wünschelrutengänger und der frühe Vogel fängt den Wurm.
Auch wohl in musikalischer Hinsicht.
Nimmt man dann alles zusammen, beschreibt das ungefähr das, was STEFANO DE STEFANO mit seinem dritten Album unter seinem Pseudonym AN EARLY BIRD ausdrücken möchte. Denn wie ein Wünschelrutengänger hat er aus dem Geflecht seiner musikalischen Möglichkeiten als Multiinstrumentalist, Songwriter, Produzent und Soundfrickler die wesentlichen Elemente zusammengefischt, die seinen romantischen Soft-Folkpop-Songs (seiner Meinung nach) bislang abgingen. Ach ja: Haben wir schon erwähnt, dass Stefano seine Songs immer schon gerne mal aus der Sicht einer Katze schildert, da wir alle manchmal Katzen seien und er deren Charaktereigenschaften – insbesondere eine ungezügelte Hoffnungsliebe – schätzt?
Das sagt er jedenfalls zu dem Video seiner aktuellen Single „Holding On To Hope“.

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/NwnqeZh2t7I" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

In seinem Song „Fishes In The Ocean“ hingegen kommt er zu der Erkenntnis, dass wir alle im Netz des Lebens gefangen sind, wie Fische in einem Ozean der Möglichkeiten, während er in dem dazugehörigen Video ein älteres Paar Yoga machen lässt.
Dass das nicht immer ganz logisch ist, spielt keine Rolle, denn STEFANO DE STEFANO ist ein klassisches Ein-Mann-Musik-Unternehmen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, der einfach für alles irgendwie offen ist.

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/mobWcqsmrEY" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

Der Autodidakt aus Neapel bastelte seine romantischen Selbstfindungs-Songs nicht nur alleine im heimischen Studio zusammen, sondern spielt auch alles selber ein und macht sich auch noch Gedanken über seine poetischen Videos, die er ebenfalls selbst konzipiert und schneidet. „Diviner“ ist dabei eher zufällig zu seinem Lockdown-Projekt geworden – denn eigentlich arbeitete AN EARLY BIRD immer schon nach dem Eremiten-Verfahren, nachdem er sich von seinen früheren Bandprojekten gelöst hatte. So braucht sich das Album klangtechnisch denn auch nicht hinter klassischen Studioproduktionen zu verstecken.

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/TpewADA6qTs" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

FAZIT: STEFANO DE STEFANO – seit 2018 unter seinem Solo-Pseudonym AN EARLY BIRD bekannt – besitzt eine charakteristische Tenorstimme, die gelegentlich gar ins Falsett-artige umschlägt. Zum einen hat diese natürlich einen hohen Wiedererkennungswert, zum anderen verleiht sie seinem Vortrag schnell eine lamentöse Note, wodurch er fast schon gezwungen war, sich stilistisch in die Riege der romantischen Männerschmerz-Songwriter-Fraktion einzureihen. Mit seinem Album „Diviner“ suchte er nun nach einer Möglichkeit, aus diesem Schema ein wenig auszubrechen. Dafür wählte er sich nicht nur eine große Bandbreite an poetisch/philosophischen Themen jenseits des bloßen Romantik-Settings, sondern reicherte zudem seine Songs produktionstechnisch erfolgreich mit dezenten, zeitgemäßen Pop-Elementen an, die seiner Musik mehr Raum zum Atmen jenseits des klassischen Lagerfeuer-Settings bietet.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.07.2021

Tracklist

  1. Help Me Shine
  2. Fishes In The Ocean
  3. Prayers In A Temple
  4. Bad Timing
  5. Holding On To Hope
  6. One Week
  7. Go All Out
  8. Mulholland Drive
  9. Under My Skin
  10. Angela

Besetzung

  • Gesang

    Stefano De Stefano

  • Gitarre

    Stefano De Stefano

Sonstiges

  • Label

    Greywood Records

  • Spieldauer

    34:10

  • Erscheinungsdatum

    02.07.2021

© Musikreviews.de