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Bullet For My Valentine: Bullet For My Valentine

Stil: Modern Metal

Cover: Bullet For My Valentine: Bullet For My Valentine

Selbst betitelte Alben dienen etablierten Bands angeblich zur Standortbestimmung, behauptet eine Binsenweisheit der Musikbranche, und sollte man diese auf die neue Platte von BULLET FOR MY VALENTINE beziehen, müsste man zu der Feststellung gelangen, dass sich die Briten darin gefallen, ihr bisheriges Schema F in nur noch seichterer Weise abzuspulen.

Nicht dass die Band je viel mehr gewesen wäre als ein gewollter und nicht gekonnter Abklatsch von Machine Head… Den Sound der Amerikaner in abgespeckter Form (ausufernde Thrash-Epen in verspielter Metallica-"…and Justice for All"-Manier? Weiterhin Fehlanzeige) aufzubereiten ist der Gruppe bisher insoweit gelungen, als sie in Person von Gitarrist und Sänger Matt Tuck mindestens einen Songwriter hat, der sich mehr oder weniger geistreiche Hooks für die vorwiegend jungen Metal-Massen einfallen lässt.

So wie ihre Klientel mit BULLET FOR MY VALENTINE wächst, definieren sich die Mitglieder selbst derzeit anscheinend durch eine bislang ungekannte Seichtigkeit - ob´s mit dem Älterwerden zusammenhängt? Der Alibi-Metal der Kategorie „Pop mit harten Gitarren“ auf „Bullet For My Valentine“ markiert einen neuen Tiefpunkt für die Band, nun da die Zahl der hohlen Gesten und zigmal gehörten Wendungen überhandnimmt. Unabhängig davon wird es die Hype-freudige britische Szene schon richten, dass die Metal-Hammer-UK- und NME-Posterboys mit diesem Machwerk abermals einen Erfolg landen. Kollektivverblendung nennt man das wohl.

FAZIT: Nun da BULLET FOR MY VALENTINE steil auf die 25 zugehen (Gründungsjahr 1998), zeigt sich erschreckend schnell, dass ihre kreative Substanz bestenfalls zum Abspulen desselben alten Sermons taugt. In dieser Hinsicht sind die Waliser eine metallische Antwort auf AC/DC, und was "Bullet For My Valentine" betrifft, steht im Zweifelsfall für den Angeklagten zu hoffen, dass die Band nach diesem zweiten labbrigen Album infolge wieder so etwas wie Biss oder wenigstens Spielwitz wiederfindet. "Gravity" (2018) war schon mau, doch das hier ist der vorläufige Tiefpunkt der Karriere der Combo. <img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2e274fda35344454a58db4986afbc60a" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 7/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.10.2021

Tracklist

  1. Parasite
  2. Knives
  3. My Reverie
  4. No Happy Ever After
  5. Can't Escape The Waves
  6. Bastards
  7. Rainbow Veins
  8. hatter
  9. Paralysed
  10. Death By A Thousand Cuts

Besetzung

  • Bass

    Jamie Mathias

  • Gesang

    Matt Tuck

  • Gitarre

    Michael "Padge" Paget, Matt Tuck

  • Schlagzeug

    Jason Bowld

Sonstiges

  • Label

    Spinefarm / Universal

  • Spieldauer

    47:49

  • Erscheinungsdatum

    22.10.2021

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