DORO meldet sich auch anno 2021 wieder zurück.
Allerdings nicht mit einem wirklich neuen Album, sondern viel mehr einem alten Album im neuen Format. Und so besteht ab sofort die große Chance, dass aus der Vinyl-Version von „Love Me In Black“ nach 33 Jahren auch auf den Plattenspielern ein ordentlicher Dauerbrenner wird. Noch dazu gibt es ein kleines Kunstwerk extra, denn die letzte Vinyl-Seite der Doppel-LP ziert ein Etching-Bild mit dem DORO-Logo, das auch das Platten-Cover enthält.
Und als wäre das alles nicht schon Überraschung genug, erscheint im völligen Gegensatz zum Albumtitel das doppelte Vinyl als weiße Version.
Natürlich ändert sich an der Musik von „Love Me In Black“ nichts…
...außer dass diese 2021er-Weiße-Vinyl-Version speziell für Vinyl konzipiert worden ist – und dadurch jedem Freund von audiophilem Schönklang, wenn er die schwarzthematische, weißvinylische Scheibe auf seinem Plattenteller kreisen lässt, die Ohren schlackern werden. DORO von Vinyl ist eben noch ein bisschen Erlebnis mehr als von einem Silberling oder irgend'ner Streaming-Plattform.
„Love Me In Black“ war die konsequente Fortsetzung des 1995er-Vorgängers „Machine II Machine“ der deutschen Metal-Queen Dorothee Pesch. Also werden wieder gigantische Gitarren-Breitseiten sowie fette Keyboards mit wummernden Drum'n'Bass-Beats gemischt, wobei natürlich auch die obligatorischen Balladen, eine ganz spezielle DORO-Stärke, und ein deutschsprachiger Titel – in diesem Falle „Tausend mal gelebt“ – sowie eine Cover-Version (Hochinteressant: der Dauerbrenner „Barracuda“ von HEART!) nicht fehlen dürfen.
Im Mittelpunkt von alledem steht natürlich die charismatische, rockig-röhrende, aber auch zärtlich-umschmeichelnde Stimme von DORO.
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Auch dass an dem Album gleich mehrere Produzenten beteiligt waren, tut ihm sehr gut, denn so wird – selbst wenn man bei dem Titel fälschlicherweise denken sollte, hier käme verstärkt der Gothic-Rock zum Tragen – für sehr viel Abwechslung gesorgt, sodass einen bereits der knallharte Album-Opener „Do You Like It?“ voll packt und man lautstark feststellt: „Und wie ich das mag!“
Aber auch an elektroverstärkten Spielereien wird nicht gespart, denen immer wieder gesunde Härte und entspannte Melodien entgegengesetzt werden, wobei in einigen Songs eine Hookline die nächste jagt und sich sofort tief in das Gedächtnis des Hörers gräbt. Die gesunde Härte aber dominiert das Album, sodass die Liebhaber der DORO-Hardrock-Seite und ausgiebiger Gitarren-Einsätze keine Angst zu bekommen brauchen.
Schlägt man das Gatefold-Cover der Doppel-LP auf, entdeckt man alle Texte, sodass der Eine oder die Andere lautstark die Songs mitgrölen dürfen, selbst wenn die Texte nicht zur wirklichen Stärke des Albums gehören, aber natürlich einem auch keine peinlich berührende Schamesröte ins Gesicht treiben, selbst wenn sie auf „Terrorvision“ – ein Song, der auf dieser LP-Ausgabe gleich zweimal vertreten ist (das Original auf der LP-A-Seite und dessen 'Desert Storm Remix' als Bonus auf der dritten LP-Seite) – den 'Motherfucker' heraufbeschwört.
Eine weitere Bonus-Version gibt es außerdem vom Titeltrack, der – ebenfalls auf der dritten (und so gesehen letzten) Musik-Vinyl-Seite als 'Elec-Trick Radio'-Version daherkommt. Ein echter Schmachtfetzen samt unerbittlicher Hookline, die einen nicht loslässt.
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FAZIT: Endlich gibt’s dieses DORO-Album aus dem Jahr 1998, das mit zu einem ihrer begehrtesten gehört, als Vinyl-Version. Und dann auch noch in so unvergleichlicher Qualität und mit einem ironischen Augenzwinkern. Denn „Love Me In Black“ wurde auf weißes Vinyl gepresst und die letzte Seite ohne Musik, dafür aber mit einem Etching-Bild, auf dem das DORO-Logo und der Albumtitel zu entdecken sind, versehen. Und da zu vermuten ist, dass viele DORO-Fans ihre Musik am liebsten von Vinyl hören, kommen sie an diesem so einfallsreich gestalteten Album – auch der zwei Bonustitel wegen – definitiv nicht vorbei.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.05.2021
Jimmy Harry, Jürgen Engler, Nick Douglas, Andrew Goodsight
Doro
Jimmy Harry, Jürgen Engler
Jimmy Harry, Jürgen Engler, Chris Lietz
Damon Weber
Rare Diamonds Production
63:59
30.04.2021