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The Flight of Sleipnir: Eventide

Stil: Black Metal / Doom

Cover: The Flight of Sleipnir: Eventide

Sie treten unter künstlerischen Gesichtspunkten schon seit Jahren auf der Stelle, scheinen sich aber pudelwohl dabei zu fühlen - THE FLIGHT OF SLEIPNIR sind sozusagen die AC/DC des US-amerikanischen Black Metal im weitesten Sinn, denn die Musiker aus dem Bundesstaat Colorado verwirbeln paradoxerweise auch Stilmittel aus anderen Bereichen in ihrer Musik, klangen und klingen aber irgendwie immer gleich: weitschweifig und sperrig, aber definitiv einfallsreich.

Im Umkehrschluss darf man dem Quartett allerdings ankreiden, seit ihrer Gründung 2007 keine wesentlichen Fortschritte als Songwriter gemacht zu haben. Schlagzeuger und Sänger David Csicsely schreit gleichförmig zu Riff-basierten Kompositionen, deren Doom-Anteil auf "Eventide" im Vergleich zu den letzten beiden Alben wieder ein bisschen abgenommen hat. Diese Veränderung ist freilich eher kosmetischer Natur und für Erbsenzähler relevant, wenn man das eigentliche Ergebnis in Betracht zieht.

Stücke wie das subtil mit flächigen Orchester-Keyboards unterlegte ´January´ klirren auf Szene-typische Weise am heiligen Hook-Hafen vorbei und bestätigen das Vorurteil, extreme Metal-Combos aus den Vereinigten Staaten würden zuerst Soundkulissen schaffen und dann (vielleicht) daran denken, dem Hörer den Zugang durch handfeste Melodien oder Akkordfolgen zu erleichtern.

Das geschieht auch 2021 nicht - doch zumindest stellen THE FLIGHT OF SLEIPNIR mit vermehrt auftauchenden Parts ohne jegliche Verzerrung (´Bathe The Stone In Blood´) eine letzten Endes womöglich doch noch von Schema F geläuterte Marschroute in Aussicht. Was dies betrifft, darf man ´Harvest´ mit Piano, ausnahmsweise klaren Vocals und Akustikgitarren als hübschen Bastard aus Cascadian-Zeug (Agalloch) und Pink Floyds luftiger Spätphase loben.

FAZIT: THE FLIGHT OF SLEIPNIR bleiben eine unauffällige, standhaft störrische Band aus dem extremen Metal-Spektrum. "Eventide" deutet darauf hin, dass die Mitglieder auch weiterhin auf den Zuspruch der Masse pfeifen und sich dabei gefallen, waldige, hügelige und oft auch schroffe Soundpanoramen aufzuspannen. <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b1c9e92163a442399ef04ac5cd8262b8" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.06.2021

Tracklist

  1. Voland
  2. January
  3. Thaw
  4. Bathe the Stone in Blood
  5. Harvest
  6. Servitude

Besetzung

  • Bass

    Clayton Cushman

  • Gesang

    David Csicsely

  • Gitarre

    Clayton Cushman, Dave Borrusch, Justin Siegler

  • Schlagzeug

    David Csicsely

Sonstiges

  • Label

    Eisenwald / Soulfood

  • Spieldauer

    44:32

  • Erscheinungsdatum

    28.05.2021

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