Die Gebrüder Francia gewinnen mit ihrem ersten Longplayer nach ein paar Singles und etlichen Konzerten auf ganzer Linie: THE HORNETS machen vielfältigen Garage Rock und lassen sich ihre Herkunft nicht im Geringsten anmerken. Das italienische Quartett hat sich laut eigener Angaben aus purer Langeweile gegründet, strahlt nach kaum fünfjähriger Existenz eine auffallende Reife aus und lässt sich nicht direkt mit anderen Szenekapellen vergleichen.
Nichtsdestoweniger sind da beispielsweise das irgendwie als tausendmal gehört empfundene Hauptriff des mit Honky-Tonk-Klavier klimpernden Highlights ´Get Out (…Baby get out)´ und das etwas gediegenere ´Fighting Man´, das nicht aufgrund seines Titels eine Menge von den frühen Rolling Stones hat. Andererseits brummen die "Hornissen" einen Tick moderner als ihre nicht so offensichtlichen Vorbilder, wobei die dünne, hohe Leadstimme erst als Schwäche erscheint, letzten Endes aber einen Teil der Unverkennbarkeit der Gruppe ausmacht.
Ansonsten spielt der Vierer quirlig wie insbesondere während ´Rockstar´s Syndrome´ auf, dessen simpel effektiv aufsteigendes Riff unweigerlich ins Ohr geht. Unheimlich eingängig ist auch der Swinger ´Superman (Nietzsche)´ mit reichlich Gitarren-Twang und Spaghettiwestern-Flair, dicht gefolgt vom hämmernden ´The Best´ und der flotten Schote ´1997´, die ganz und gar nicht nach diesem Jahr klingt.
An den Handrücken der Jungs klebt anders als bei sonstigen Vertretern dieser Disziplin nicht allzu viel Rotz, aber dafür glänzt ihr kompositorische Feingefühl umso kräftiger. Die Platte ist ergo weniger Punk, als dass sie auf natürlich übersteuerten Gitarren basiert, die durch olle Fender-Comboverstärker gejagt werden, und traditionelle Liedermacherei mit unverbindlichen Lebensweisheiten als Texten wiederbelebt.
FAZIT: Ihrem Namen gemäß stechen THE HORNETS mit Hook-Stachel zu - nicht allzu hart, aber umso herzliches mit einer klaren Zielgruppe im Sinn - Anhänger von "garagigem" Rock wie aus den Sixties, als man die Abkürzung R&B noch für sogeannten Rhythm´n´Blues verwendete. "Heavier Than A Stone" bietet zeitloses Songwriting durchweg und reizt gerade deshalb, weil sich seine Schöpfer nicht durch plakative Showeffekte aufdrängen, sondern das Wesentliche im Fokus halten. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/e458a725b87d4f6bb787a7308cdfe03a" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.07.2021
Alberto Francia
Stefano Francia, Alberto Francia, Giovanni Artioli
Stefano Francia, Giovanni Artioli
Andrea Rovituso
Go Down / Cargo
31:56
16.07.2021