Das Traumteam geht in die zweite Runde: Vier Jahre nach ihrer Aufwärm-Single "Winged Death" und dem Album "Out of the Voiceless Grave" erscheint nun THE LURKING FEARs zweite LP und zeigt - Achtung Phrasen-Gedresche -, dass die Zusammenrottung um Shouter Tomas Lindberg und Multi-Instrumentalist Jonas Stålhammar (beide At the Gates) keine Eintagsfliege gewesen ist. Auf "Death, Madness, Horror, Decay" ergeht sich der Frontmann abermals in philosophischen Betrachtungen der Abgründe des Menschseins vor dem fiktiven Hintergrund eines kosmischen Grauens à la H.P. Lovecraft.
Eingebettet sind seine hysterischen Schreie in rasanten schwedischen Death Metal der alten Schule, mit dem das Quintett keine Gefangenen macht. Die zwölf abgesehen von zwei, drei Ausnahmen weitgehend kurzen Tracks lassen kaum eine Doppelbödigkeit zu, sondern gehen mit Niveau und verblüffend hohem Abwechslungsreichtum voll auf die Zwölf. Erst nach drei rasanten Paukenschlägen zu Beginn fräsen sich THE LURKING FEAR mit ´Funeral Abyss´ im Midtempo ins Langzeitgedächtnis.
Im folgenden Titelstück entfalten sich ihre von 2017 her geläufigen Stärken dann wieder zur Gänze. Ab jetzt wird "Death, Madness, Horror, Decay" atmosphärisch beklemmend dicht, zumal Stålhammar seine Vorliebe für Prog nun verstärkt geltend macht, indem er verschiedene Tasteninstrumente zum Einsatz bringt (´Leech Of The Aeons´). Gleichzeitig hat die Band im weiteren Verlauf einige Gänsehaut-Gitarrenleads im Aufgebot, die im nahezu klassischen Boss-HM2-verdächtigen Säge-Sound perfekt zum Zug kommen.
Auf ein Brecher Hook wie das von ´Architects of Madness´ wären Bolt Thrower stolz gewesen, wohingegen man den zuletzt doch etwas behäbig gewordenen Grave ein Blastbeat-Ungetüm wie ´Ageless Evil´ wünschen könnte. Wer sich als Freund von extremem Metal nur ungefähr zwischen diesen beiden Acts wiederfindet, braucht "Death, Madness, Horror, Decay" unbedingt.
FAZIT: Kurz vor Jahresende noch eine der zehn besten Death-Metal-Platten 2021. Holt euch THE LURKING FEARs "Death, Madness, Horror, Decay" und scheißt auf die "besinnliche" Zeit im Dezember. <img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8e7678d580bc4fce9fea27bd5510e5e0" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.11.2021
Andreas Axelson
Tomas Lindberg Redant
Jonas Stålhammar, Tomas Lindberg Redant
Jonas Stålhammar
Adrian Erlandsson
Century Media / Sony
38:08
19.11.2021