Lustig wie treffend, dass das Label THE MONOLITH DEATHCULT als Kaij? bezeichnet … Der japanische Begriff, unter den alle möglichen Riesenungeheuer im Sog von Godzilla fallen, passt ausgezeichnet zu der Musik, die das niederländische Projekt seit je fabriziert. Dass es trotz etlicher Konzerte und mehrerer gar nicht negativ rezipierter Alben bislang trotzdem nicht für breiten Anklang im extremeren Spektrum der Metal-Szene reichte, kommt allerdings nicht von ungefähr.
Herausgekommen ist einmal mehr im Rahmen eines mehr oder weniger beliebigen Endzeit-Konzepts schlicht und ergreifend vertrackter Death Metal mit Keyboard-Bombast und losen Industrial-Bezügen. Hier ein Sprachsample Marke Ministry, dort ein Jammersolo, auf das Slayers Kerry King stolz wäre, und andernorts aufgegriffene Schnipsel von Partituren, die bei Dimmu Borgirs sinfonischen Streifzügen in den Orchestergraben gefallen zu sein scheinen – fertig sind 55 Minuten Wutschnauben, die in ihrer Nervosität ermüden.
Nun ja, den einen oder anderen denkwürdigen Moment weist "V3 - Vernedering" dann doch auf. ´Connect the Goddamn Dots´ plättet auf relativ geradlinige Art, ´The White Silence´ ist ein Paradebeispiel für effektives Spiel mit Dynamik, und ´They Drew First Blood´ sollte angesichts seines mitreißenden Charakters eigentlich das Finale bilden.
FAZIT: Dass THE MONOLITH DEATHCULT im Laufe der Jahre immer kleinere Label-Brötchen backen mussten, hat einen Grund, der sich auf ihrem neuen Album gut erkennen lässt. Die Niederländer haben ihre Orientierung auf stilistischer wie kompositorischer Ebene verloren, weil sie zwanghaft versuchen, sämtliche Spielarten von extremem Metal zu bemüht „abgefuckter“ eigenständiger Musik zu verquirlen. Weniger ist auch in diesem Fall mal wieder mehr, selbst wenn es sich bei "V3 - Vernedering" um ein alles andere als schlechtes Werk handelt - doch im Vergleich mit beispielsweise den sahnigen Anaal Nathrakh wirken die Songs wie Joghurt auf Viertelfettstufe. <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/8f7a9819bea14fccbe1e348359606023" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.05.2021
Robin Kok
Robin Kok
Carsten Altena, Michiel Dekker
Frank
Human Detonator
54:16
14.05.2021