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The Ruins of Beverast: The Thule Grimoires

Stil: Black / Death / Doom Metal

Cover: The Ruins of Beverast: The Thule Grimoires

Wenn die deutsche Extrem-Metal-Elite aufspielt, hört man doppelt so aufmerksam hin wie sonst, und THE RUINS OF BEVERAST gehören zweifellos zu diesem erlauchten Kreis. Im Zusammenhang mit dem jüngsten Werk des Kollektivs ist es schön zu sehen, dass man abermals nicht enttäuscht wird, doch "The Thule Grimoires" geht sogar - ja, auch nach turmhohen Vorgaben in Form der beiden vorangegangenen Alben bzw. der jüngsten Split mit Almyrkvi - als (nächster?) Karrierehöhepunkt für die Beteiligten durch.

Gleich im 13-minütigen Opener 'Ropes Into Eden' breitet sich das gesamte grau bis schwarz schillernde Panorama aus, das die Band von jeher aufspannt: Gekrächz. Blastbeats und monotones Riffing im ersten Drittel, darunter ein fürwahr fliegender Keyboard-Teppich (warum denkt man hier an Berlins "Top Gun"-Schmachtfetzen 'Take My Breath Away'?), der für den eigentlichen harmonischen Gehalt sorgt, geht in einen tribalistischen Wave-Part über, bevor sich Vordenker Meilenwald und Co. in finsterstem Doom ergehen, wobei breitbeinige Metal-Verzerrung zwar sowieso noch nie ihr Ding war, hier aber so unbedeutend wird wie selten zuvor. Ein dem Anfang gleichendes Ende schließt das Epos logisch ab.

Der hier demonstrierte Einfallsreichtum wird am Ende in der Beinahe-Viertelstunde 'Deserts To Bind And Defeat' aufgegriffen, wenn auch nicht überboten, und dass erneut schamanisches Flair aufkommt, koppelt die Scheibe stimmig an frühere Veröffentlichungen. Die melodischen Vocals sind jederzeit ein Gänsehaut-Garant, als wären durchs Stereo-Panorama huschende Chor-Fetzen, Flüstern, Sprachsamples und andere (un-)menschliche Stimmen nicht schon genug, um sich das emotionale Beinkleid zu befeuchten.

'Kromlec'h Knell' schnürt das nunmehr vertraute stilistische Korsett, in das die Gruppe das Album gekleidet hat, noch fester zusammen, ehe das minimalistische 'Mammothpolis' mit Industrial-Vibes überrascht. Es bereitet das teils exaltierte (hohe Frauenstimme), teils beklemmende (Growls) 'Anchoress In Furs' vor, dessen Refrain allerdings wieder einen Bogen zu verblüffend eingängigen Hooks spannt - vielleicht die Devise schlechthin für "The Thule Grimoires".

FAZIT: Visionärer, abgründiger und dennoch bestärkender "heavy stuff" in so vielen Facetten, dass man sämtliche Subgenre-Schubladen des Metal-Schranks geflissentlich geschlossen halten darf - THE RUINS OF BEVERASTs Großartigkeit bleibt mit "The Thule Grimoires" ungebrochen. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/d9154d6744694129bdb229b94642db3b" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2021

Tracklist

  1. Ropes Into Eden
  2. The Tundra Shines
  3. Kromlec'h Knell
  4. Mammothpolis
  5. Anchoress In Furs
  6. Polar Hiss Hysteria
  7. Deserts To Bind And Defeat

Besetzung

  • Bass

    Meilenwald

  • Gesang

    Meilenwald

  • Gitarre

    Meilenwald

  • Keys

    Meilenwald

  • Schlagzeug

    Meilenwald

Sonstiges

  • Label

    Ván / Soulfood

  • Spieldauer

    69:25

  • Erscheinungsdatum

    05.02.2021

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