Sie benennen sich nach der Figur des Schlangenkultführers im Barbarenfilm „Conan the Barbarian“ von Regisseur John Milius aus dem Jahr 1982, die norwegischen Rocker THULSA DOOM. Dieses Quintett als eine feste Größe der Rockszene Norwegens zu bezeichnen, ist eine glatte Untertreibung: Die fünf Herren touren seit der Gründung der Band vor über zwanzig Jahren unermüdlich – notabene in unveränderter Besetzung!
Ihr erstes Werk war eine fünf Songs umfassende EP („She Fucks Me“, 2000), deren Cover Bill Clinton zierte und die der Gruppe rasch eine gewisse Popularität brachte. Es folgte wenige Monate später ihr Debütalbum „The Seats Are Soft But The Helmet Is Way Too Tight“, und bereits im Jahr darauf erschien „And Then Take You To A Place Where Jars Are Kept“. Nach einem dritten Album („Keyboard, Oh Lord! Why Don't We?“, 2005) ließen THULSA DOOM dann ganze zwölf Jahre verstreichen bis zu ihrem Comeback mit „A Keen Eye for the Obvious“ vor vier Jahren. Nun also „Ambition Freedom“.
Der ursprüngliche Stoner Rock der Band ist mehr oder weniger Geschichte, Hard Rock und Heavy Metal sind verblasst. Die acht (allesamt eigenen) Songs des Albums belegen über alles gesehen (pardon, gehört) eine gewisse Öffnung, eine Ausweitung der Jagdgründe gewissermaßen. Mit „Die Like An Aviator“ und seinem üppigen Refrain fährt THULSA DOOM zwar die eher konventionelle und stadiontaugliche Schiene, der Rest ist aber doch mehrheitlich von knackigen Riffs, hübschen Hooks und überraschenden Wendungen geprägt.
Der beinahe 10-minütige Auftaktsong „Endless, Unless“ ist unbestrittenes Highlight von „Ambition Freedom“, denn hier ist so ziemlich alles drin, was einen guten Rocksong auszeichnet: Viel, viel Dynamik, überzeugender Gesang, verschiedenfarbige Soli, Tempowechsel, die Verfremdungen in der eben rechten Dosierung.
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FAZIT: THULSA DOOMs „Ambition Freedom“ ist hörenswert. Es zeigt zum einen eine erfreulich deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zu den ersten Werken der Band und ist zum andern erst noch um Längen besser als ihr letztes Album. Wer die Norweger noch nicht kennt, braucht sich mit den früheren Alben gar nicht erst aufzuhalten.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.11.2021
Angelov Doom
Papa Doom
El Doom, Doom Perignon
Fast Winston Doom
Doom Perignon (Gesang), Øyvind Blomstrøm (Slide, Pedal), Haakon-Marius Pettersen (Keyboards)
Drabant Music
41:49
12.11.2021