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Reviews

Anthrax: XL

Stil: Thrash Metal

Cover: Anthrax: XL

Zu ihrem 40. Jubiläum als Vorreiter des amerikanischen Thrash Metal schenken ANTHRAX sich selbst und ihren Fans ein weiteres Livealbum - und genau darin besteht der Knackpunkt, was "XL" betrifft, denn der Doppeldecker ist beileibe nicht der erste Konzertmitschnitt der New Yorker, weshalb er sich an früheren Releases ähnlicher Machart messen lassen muss. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat die Band in Form von "Thrash In Texas - Dallas Broadcast 1987", "Kings Among Scotland", "Chile on Hell" und "Midnight Mass (Live 1993)" sowohl Archivpflege betrieben als auch ihren aktuellen Bühnenstandard dokumentiert.

Und nun also "XL"… Die Aufnahmen stammen aus Los Angeles, wo das Quintett 16. und 17. Juli 2021 eine Streaming-Show ohne Publikum spielte und ein zu erwartendes Programm auf die Beine stellte, in dessen Rahmen sich unverwüstliche Bandstandards mit weniger offensichtlichen Auszügen aus der umfangreichen ANTHRAX-Diskografie vermählen.

Frontmann Joey Belladonna ist gut bei Stimme, Charlie Benantes unnachahmlich ballerndes Doublebass-Spiel ist tight wie ehedem, Frank Bellos Bass brummelt, was das Zeug hält, und die beiden Gitarristen riffen um die Wette, so wie man es von ihnen kennt und schätzen gelernt hat. Ob es bessere Aufnahmen von Klassikern wie ´Among The Living´, dem Trust-Cover ´Antisocial´ oder ´Caught In A Mosh´ gibt, darüber dürfen Erbsenzähler streiten; erfreulich auch im Sinne des Mehrwerts für alles kaufende Fans sind beispielsweise jüngere Tracks wie ´Fight ‘Em ‘Til You Can’t´, ´In The End´ oder ´The Devil You Know´.

Einmal mehr übergehen ANTHRAX geflissentlich ihre ertragreiche Zeit mit Armored-Saint-Sänger John Bush, aber auch das ist für ihre zahlreichen Anhänger nichts Neues. Ob jene abseits des Die-Hard-Segment bereit sind, auch diese Live-Nachlese einzutüten, muss man abwarten.

FAZIT: "XL" ist ein langer, fetter Live-Happen einer Band, die allerdings schon zu viele ähnliche Veröffentlichen vorzuweisen hat. Auch und gerade deshalb sollten ANTHRAX langsam mit einem neuen Studioalbum zu Potte kommen, um ihren legendären Status zu unterstreichen. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/931bc1d57bd3495fa36086e70ebbaeeb" width="1" height="1" alt="">

Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.07.2022

Tracklist

  1. Time/Fight Em ’Til You Can’t
  2. Madhouse
  3. Caught In A Mosh
  4. Metal Thrashing Mad
  5. Got The Time
  6. I Am The Law
  7. Keep It In The Family
  8. Lone Justice
  9. The Devil You Know
  10. Be All End All
  11. Now It’s Dark
  12. Antisocial
  13. In The End
  14. Medusa
  15. Evil Twin
  16. Indians
  17. Skeletons In The Closet
  18. Blood Eagle Wings
  19. Bring The Noise
  20. A.I.R.
  21. Among The Living
  22. Breathing Lightning
  23. Protest And Survive
  24. Efilnikufesin N.F.L.

Besetzung

  • Bass

    Frank Bello

  • Gesang

    Joey Belladonna

  • Gitarre

    Scott Ian, Jonathan Donais

  • Schlagzeug

    Charlie Benante

Sonstiges

  • Label

    Nuclear Blast / Believe

  • Spieldauer

    136:42

  • Erscheinungsdatum

    15.07.2022

© Musikreviews.de