Irgendwie passt der Titel „Supersurprise“ nicht nur zum Album-Opener, sondern lässt sich auf die gesamte EP übertragen. Nicht zwingend weil die Musik so originell ist, sondern eher wegen ihrer Unvorhersehbarkeit. Besagter Einstieg klingt erstmal sehr minimalistisch, wenige Töne bestimmen die Richtung zwischen Rock und Krach, welcher aber nicht uninteressant ist.
„Time“ führt diese Linie fort, allerdings um einiges schräger, auch weil die Gitarren sehr freizügig herumquäken. Außer kratzigem Groove passiert nicht viel mehr, wenngleich die kaputt wirkende Geräuschkulisse durchaus ihren Charme hat. Ob der Gesang das Ganze jetzt auf die quäkende Spitze treibt, oder doch sowas wie ein Verbindungsglied zwischen den Instrumenten ist, wird nicht ganz klar.
In „Blues“ führen einen die Musiker gehörig auf die falsche Fährte. Denn 'bluesig' klingt hier eher wenig, stattdessen schrammeln die Herren ziemlich abseitig umher, was sich u.a. in merkwürdigen Tonfolgen ausdrückt. Interessant…
„His Royal Fishness“ taucht zum Schluss in Post-Punk-Gefilde ab, vollzieht zur zweiten Hälfte aber eine sehr lebhafte Kehrtwende in Richtung Avantgarde, ehe das Ende mit schräger Melodik ausknarzt.
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FAZIT: Was genau DUN FIELD THREE jetzt auf „We came from the ocean where everyone swallows the words“ aussagen wollen, wird wohl noch ihr Geheimnis bleiben. Die Musik erklärt es zumindest nicht. Dass die Musiker aber durchaus unkonventionelle Pfade beschreiten, macht doch ein bisschen neugierig darauf, in welche Untiefen es das Trio künftig verschlagen wird.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.11.2022
Nachtlieb
Daucocco
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Michael Lind
Noise Appeal Records
16:43
14.10.2022