Um mit Routinen zu brechen, braucht es Aufwach-Erlebnisse, Schock-Momente oder auch kurze Schrecksekunden. All das findet sich auf „When the light fades“ eher weniger bis gar nicht.
Warum ist das wichtig?
Weil THE NEW MOURNING damit einer klassischen Themaverfehlung unterliegen.
Anstatt der von Band und Label versprochenen Abkehr von Routinen klingt die Musik auf „When the light fades“ doch recht sattelfest und viel weniger unvorhersehbar als das Promo-Schreiben verspricht.
Die Aufregung oder die musikalische Grenzerfahrung muss man mit der Lupe suchen. Stattdessen bekommt der geneigte Hörer ein durchaus angenehmes Klangpaket zwischen balladesker Melancholie („The Touch“), treibenden Wave-Versatzstücken („My Darkest Friend“) und in einigen Momenten beinahe hippiesk anmutendem Retro-Charme („Apotropaic“) serviert.
Wirklich innovativ wirkt dieses musikalische Gemisch eher nicht. Der eine oder andere spaßige Moment findet sich aber trotzdem. Hier und da möchte man sogar fast tanzen anstatt den Kopf in den tristen Gedanken versacken zu lassen.
Dass „When the light fades“ dennoch keine Sonnenscheinmusik ist, machen THE NEW MOURNING aber doch recht deutlich.
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FAZIT: Auch wenn „When the light fades“ den ein- oder anderen spannenden, oder wenigstens interessanten Moment vorweisen kann, wirkt das Album in Gänze leider zu zerfahren, bzw. zu beliebig. Kaum ein Moment will wirklich hängen bleiben und auch wenn der Gesamteindruck ganz passabel ist, ist die Musik zu schnell wieder vergessen, sobald der letzte Ton verklungen ist. Und das dürfte wohl kaum das Ziel von THE NEW MOURNING gewesen sein.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.08.2022
Thomas Pronai
Thomas Pronai
Georg Allacher, Michi Rieder
erald Allacher
Noise Appeal Records
43:54
13.05.2022