Was haben Genres wie Indie, Jazz, Alternative Rock und Pop gemeinsam? Richtig, erstmal gar nix. Dementsprechend krude klingt auch das Ergebnis, wenn man all diese musikalischen Ansätze in einen Topf wirft.
THE PALEO PARANOIDS sind beim Erstkontakt vor allem eins: Anstrengend. Auf den ersten Hör will hier nix wirklich zusammenpassen. Zu jazzigen Rhythmen dudelt u.a. eine Gitarre dermaßen nervig umher, dass es jedem Anfänger die Haare zu Berge stehen lässt vor Grausen („Almighty Daughter“).
Das große Aber von „Everything's Fine Here“ ist, dass man sich diesen Sound tatsächlich ganz gut erarbeiten kann.
Oder ist es doch einfach ein Gewöhnungseffekt der sich mehr und mehr einstellt?
Egal, denn je öfter das Album läuft, desto interessanter werden die Songs.
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Sicher, einfacher wird dieser Sound auch mit zunehmendem Konsum kaum, vor allem weil sowas wie klassische Songstrukturen eher Mangelware sind. Aber der leichtfüßige Groove, der fast allen Nummern zugrunde liegt, wird mit der Zeit doch immer bekömmlicher. Fast möchte man zu Nummern wie „Blackboard“ oder „Swing Sweet Sin“ das Tanzbein schwingen.
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Passend zum Riesenrad auf dem Cover hat „Everything's Fine Here“ beinahe sowas wie Jahrmarkt-Charakter. Aber auch in einem Varieté wären THE PALEO PARANOIDS gut aufgehoben. Denn obwohl die Musik keineswegs einfach ist, wäre sie doch ein gutes Begleitelement für dementsprechende Bühnenshows mit Tanz und Akrobatik. Außerdem liegt dem ganzen Album ein ironischer Humor zugrunde der sich (nicht nur) im Gesang widerspiegelt.
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Für den Konsum über die heimische Anlage mäandert dieser Sound aber oft etwas zu ziellos umher, sodass „Everything's Fine Here“ sehr schnell sehr anstrengend wird, auch weil hier auf den ersten Blick nicht viel zusammenpasst.
FAZIT: THE PALEO PARANOIDS wollen analysiert werden. Dieser Musik muss man aktiv zuhören und bereit sein, sich auf das Experiment, das „Everything's Fine Here“ zweifellos ist, einzulassen. Hat der Hörer diese erste Hürde überwunden, wird er mit durchaus interessanter, experimenteller Musik belohnt, die regelrecht dazu einlädt, kleinteilig auseinander genommen zu werden. Wem dieser Einstieg jedoch nicht gelingt, der wird genervt erst ab- und dann ausschalten.
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Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.01.2022
Thomas Schaefer
Thomas Schaefer, Björn Göran Detjen
Björn Göran Detjen
Björn Göran Detjen
Björn Göran Detjen
Eigenproduktion
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16.07.2021