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The Quill: Live, New, Borrowed, Blue

Stil: Hard Rock, Stoner Rock

Cover: The Quill: Live, New, Borrowed, Blue

Was macht eine Band mit liegengebliebenen Stücken vergangener Songwriting-Prozesse?
Manche kloppen das Zeug in die Tonne und das war’s.
THE QUILL sind sich aber wohl eher der Qualität ihrer „Halden-Songs“ bewusst und schmeißen einen Teil in Form dieser Compilation auf den Markt. Ein paar feine Cover und Live-Versionen runden „Live, New, Borrowed, Blue“ ab.

„Keep On Moving“ gab’s bereits auf dem letzten Album „Earthrise“ zu hören, die Version hier wurde aber nochmal um eineinhalb Minuten gestreckt, was aber tatsächlich kaum auffällt.
„S.O.S (Too Bad)“ ist dagegen richtig stark und „Children Of The Sun“ ist sogar ein fetter Höhepunkt. Die trockene Wüstenluft ist förmlich spürbar und verwunderlich ist nur, warum es der Song nicht auf das zurückliegende Album geschafft hat, denn das Teil ist klasse. Staubige, fette Riffs und vor allem gesanglich zeigt Magnus Ekwall hier, was er kann.

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Szene-Schwergewichte glaubhaft zu covern, ist ja immer so eine Sache. THE QUILL veredeln den IRON MAIDEN-Klassiker „Where Eagles Dare“ aber mit einer gehörigen Stoner-Schlagseite, was dem Cover seine Eigenständigkeit verleiht und dafür sorgt, dass diese Version durchaus zu gefallen weiß.
Tatsächlich sind aber vor allem die Live-Versionen von „Keep It Together“ und „Hole In My Head“ die Herzstücke dieser Compilation. Einerseits ist das natürlich dem immer größer werdenden Hunger auf echte Konzerte u.ä. geschuldet, andererseits kommt bei den hier präsentierten Versionen das Bühnenfeeling von THE QUILL gut rüber und beide Songs sind sauber abgemischt. Gut, „Keep It Together“ ist schon grenzwertig mit seinen Mitsingspielchen und dergleichen, aber es verdeutlicht einmal mehr, wie sehr echte Konzerte aktuell fehlen, daher macht diese Version dann doch irgendwie Spaß.

„Burning Tree“ hat es laut Label aus Zeitgründen nicht aufs letzte Album geschafft und wird hier als Goodie nachgeschoben, allerdings wirkt der psychedelische Song inmitten der ansonsten eher erdigen Rocker auf dieser Compilation seltsam deplatziert. Den Song hätte sich die Band besser für ihr nächstes Album aufgespart, denn für sich genommen klingt die Nummer nicht übel.
„Frozen Over“ gab’s bisher nur auf dem Tribute-Album „Thousand Days of Yesterdays - A Tribute to Captain Beyond“ zu hören, deshalb wird dem Song hier zu neuen Ehren verholfen. Zum Glück möchte man meinen, denn die Nummer kann echt was und dürfte jedem Fan wunderbar reinlaufen.
Doch auch jeder, der einfach nur was mit etwas ausladendem und quirligem Stoner-Rock anfangen kann, wird hier voll bedient. "Hole In My Head“ macht am Ende nochmal deutlich, dass eine etwas sortiertere Tracklist dem Album besser getan hätte, denn auch hier kommt die Live-Atmosphäre ordentlich rüber (inklusive überflüssigem, weil viel zu generischen Gitarrensolo, das livehaftig aber sich ganz nett war).

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FAZIT: Im Prinzip sind die Songs, die THE QUILL auf „Live, New, Borrowed, Blue“ gepackt haben, alle ganz ordentlich, aber die Anordnung in der Tracklist wirkt oftmals zu zerrissen. Dadurch kommt kein richtiger Fluss auf und die Stücke wirken eher so, als seien sie vollkommen beliebig auf die CD gepresst worden. Das ist schade, denn in einer ordentlichen Reihenfolge, hätte das Ganze echt Spaß machen können. So wirkt „Live, New, Borrowed, Blue“ aber eher wie ein voreiliger Schnellschuss.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.01.2022

Tracklist

  1. Keep On Moving (Extended Version)
  2. S.O.S. (Too Bad)
  3. Children Of The Sun
  4. Where Eagles Dare
  5. Keep It Together (Live)
  6. Mount Everest
  7. Burning Tree
  8. Frozen Over
  9. Hole In My Head (Live)

Besetzung

  • Bass

    Roger Nilsson

  • Gesang

    Magnus Ekwall

  • Gitarre

    Christian Carlsson

  • Schlagzeug

    Jolle Atlagic

Sonstiges

  • Label

    Metalville

  • Spieldauer

    47:26

  • Erscheinungsdatum

    28.01.2022

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