Im Verhältnis zu allem, was THERION nach "Beyond Sanctorum" (1992) verzapft haben, ist dieses zweite Album der Gruppe ein relativ schnödes Death-Metal-Album unverkennbar schwedischer Herkunft, aber beileibe nicht schlecht und rückblickend eigenständiger als vieles, was sich in Stockholm und Göteborg der Sippenhaft des Gleichklangs schuldig machte.
Schon auf dem Debüt "Of Darkness...." aus dem Vorjahr deutete sich an, dass es sich bei der Gruppe um keine Allerwelts-Rumpelkapelle handelte, und hier wird Mastermind Christofer Johnsson s Zwanglosigkeit, was den Umgang mit Stilen und Stimmungen angeht, noch deutlicher.
Das eröffnende ´Future Consciousness´ pendelt nahezu völlig chaotisch zwischen Thrash-Geknüppel und etwas langsamer groovendem Death Metal hin und her, wobei das scheppernde Schlagzeug den Hörer selbst in dieser remasterten Fassung bis zum letzten Ton von "Beyond Sanctorum" verfolgt. Das tut den weiteren Songs allerdings keinen Abbruch.
´Pandemonic Outbreak´ deutet gemeinsam mit dem sehr eingängigen ´Enter the Depths of Eternal Darkness´ die Wurzeln des Frontmanns und Hauptkomponisten im Hardcore und Punk an (man mag es angesichts seines heutigen Orchester-Metal kaum fassen), wohingegen das (mal wieder) von H.P. Lovecraft inspirierte ´Cthulhu´ teils atonalen Frickel-Tod zur Debatte stellt.
Das orchestral verbrämte und überlange ´The Way´ nimmt praktisch den Sound von "Theli" (1996) vorweg, und genauso wegweisend für die Zukunft der Band ist auch ´Symphony of the Dead´, komplett mit Heldentenor und entrückten Grusel-Synthesizern, auch wenn THERION letztlich doch wieder in den Haudrauf-Modus zurückkehren.
FAZIT: Wenn jemand beim Titel des "Beyond Darkness" abschließenden ´Tyrants of the Damned´ an Celtic Frost denkt, liegt er nicht falsch, denn mit ihrem zweiten Album schickten sich THERION zaghaft an, den innovativen Klassik-trifft-Metal-Faden der Schweizer weiterzuspinnen. Darüber hinaus enthält die Platte einige gut gealterte SweDeath-Nummern, die auch heute noch Bestand haben. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/99132a968bd2493daa7fb2dc1ce3b54b" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.04.2022
Christofer Johnsson, Peter Hansson
Christofer Johnsson
Christofer Johnsson, Peter Hansson
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Hammerheart
49:46
08.04.2022