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Toundra: Hex

Stil: Post Rock

Cover: Toundra: Hex

Auf ihrem achten Studioalbum kehren TOUNDRA in Anschluss an ihre Soundtrack-Ausflüge wieder zu jenem eher Song-orientierten Stil zurück, der sie bekannt und besonders gemacht hat. Nichtsdestoweniger arbeiten die Spanier weiterhin mit Platten umspannenden Konzepten, was im Fall von "Hex" bedeutet, dass das zugrunde liegende Material in zwei Teile getrennt wurde.

Die ersten drei Tracks bilden eine zusammenhängende Trilogie, die sich dem Titel ´El Odio´ entsprechend um das Thema Hass drehen dürfte. Das 22-minütige Werk weckt nach zwei, drei Minuten das Gefühl, in Sachen TOUNDRA wieder zu Hause angekommen zu sein, denn falls sich die Gruppe stets durch eine Eigenschaft ausgezeichnet hat, dann ihre Verliebtheit in Melodien, und diese glänzen ins bewährte Post Rock-Korsett ohne Gesang gesteckt matt wie Samt oder Velours.

Die breite dynamische Palette von fragil leisen tönen bis zu tosender Lautstärke, von getragenen, geradlinien Grooves bis zu sprunghaft verqueren Rhythmen nimmt im Laufe der A-Seite einer LP vorweg, was auf der B-Seite jeweils im Kleinen durchexerziert wird.

Ab dem vierten Track ´Ruinas´ setzen TOUNDRA nämlich stets aufs Neue andere Schwerpunkte. Zunächst wird das melodische Moment ein wenig verlängert und auf Ohrwurm gebürstet, dann nähert sich ´La Larga Marcha´ schrammelndem Shoegaze à la Slowdive an (gepaart mit beachtlicher Riff-Heaviness immerhin), ehe ´Watt´ innerhalb von beinahe acht Minuten sowohl instrumentalen Psych wie aus den 1970ern als auch den harten Prog von King Crimson (das Saxofon!) andenkt.

Nach diesem Wechselbad der Gefühle - komplett mit fiesem Tempowechsel gegen Ende - markiert ´Fin´ ein intimes Ende für "Hex", teils akustisch und mit synthetischem Gluckern unterlegt, wobei es leider nur für den Eindruck reicht, ein längeres Outro zu erleben - aber Schwamm drüber.

FAZIT: TOUNDRA besinnen sich auf "Hex" auf alte Tugenden und stärken, komponieren bis auf wenige Ausnahme-Momente ausgesprochen liedhaft und kehren somit zurück an die vordere Front jener Post Rock-Acts, die ohne Worte viel Denkwürdiges zu sagen wissen. <img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f8d6f5c0354a465693c0dce454fe63de" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.01.2022

Tracklist

  1. 1. El Odio. Parte I
  2. 2. El Odio. Parte II
  3. 3. El Odio. Parte III
  4. 4. Ruinas
  5. 5. La Larga Marcha
  6. 6. Watt
  7. 7. Fin

Besetzung

  • Bass

    Alberto Tocados

  • Gitarre

    David López “Macón”, Esteban Girón

  • Keys

    David López “Macón”, Álex Pérez, Alberto Tocados

  • Schlagzeug

    Álex Pérez

Sonstiges

  • Label

    Inside Out / Sony

  • Spieldauer

    45:25

  • Erscheinungsdatum

    14.01.2022

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