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Tunic: Quitter

Stil: Noise Rock

Cover: Tunic: Quitter

Ist es an der Zeit das Ende einzuläuten?
Einfach auf alles pfeifen und sich selbst aus dieser missmutigen Welt zurückziehen, die vielmehr einer Zumutung an das Leben gleicht, als einem Ort, an dem man sich noch heimisch fühlen kann?
TUNIC sind hörbar angepisst und Frontmann David Schellenberg fasst das Konzept von „Quitter“ kurz und prägnant zusammen: „Auf der ganzen Platte geht es ums Aufhören“.
Und ja diese konsequente Verweigerung gegenüber der Zukunft, gegenüber dem nächsten Schritt ist das, was allen Songs gemein ist. Dazu passt die bewusste Atonalität in Nummern wie dem Titeltrack oder dem regelrecht anstrengenden „Fake Interest“.

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Dass „Quitter“ auf lediglich 21 Minuten Spielzeit kommt, ist dann auch eher als Dienst am Hörer zu verstehen.
Denn recht viel länger würde das Spannungsfeld aus Dissonanzen, zerfahren schrammelnden Riffs und angepisst pöbelndem Geschrei dem Geduldsfaden der meisten Hörer wohl eher nicht dienlich sein. So dagegen ist das Album ein kompakter Wutausbruch mit spürbar kathartischer Wirkung.

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Die Songs sind mitunter zerfahren, klingen dreckig oder völlig wirr („Ex-Epic“), aber genau dieses Spannungsfeld sorgt für den angepissten Charakter.
TUNIC wollen mit dem Kopf durch die Wand und scheißen auf jegliche Nettigkeiten, was Stücke wie „You’re a Bug“ mehr als deutlich machen.

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Das zynische „Smile“ und das abschließende Pöbelstück „Demoralize“ zeigen nochmal nachdrücklich, dass TUNIC keinen Spaß verstehen und am liebsten zweimal in den eh schon angeknacksten und am Boden liegenden zartbesaiteten Hippie-Hipster-Friede-Freude-Eierkuchen-Durchschnittsmensch reintreten würden.
Wie gut, dass Musik die wesentlich bessere und wirkungsvoller Katharsis ist.

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FAZIT: Leicht verdauliche Musik findet man bei TUNIC nach wie vor nicht, weswegen „Quitter“ schon gleich zweimal nicht angenehm und für viele sicher dieser Sound nichts anderes als Lärm ist. Aber die brachiale Wucht, mit der das Album beim Hörer einschlägt, ist doch bemerkenswert. Das will, das soll gar nicht schön sein. Es soll wirken! Und es wirkt… wie ein Backpfeifen-Gewitter, das die undienlichen Gedanken und Gefühle aus dir herausprügelt, nach dem du aber dankbar bist, dass du wieder klar im Kopf bist. Das Ende kann also gerne noch warten.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.01.2022

Tracklist

  1. Apprehension
  2. Quitter
  3. Reward of Nothing
  4. Stuck
  5. Pattern Fixation
  6. Fake Interest
  7. You’re a Bug
  8. Ex-Epic
  9. Common Denominator
  10. Smile
  11. Demoralize

Besetzung

  • Bass

    Dan Unger

  • Gesang

    David Schellenberg

  • Gitarre

    David Schellenberg

  • Schlagzeug

    Daniel Unger

Sonstiges

  • Label

    Artoffact Records

  • Spieldauer

    21:04

  • Erscheinungsdatum

    15.10.2021

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