Musik in völliger Einsamkeit zu erschaffen, hat immer einen gewissen Effekt auf das Resultat. Auch ASHINOA zogen sich für die Aufnahme von „L’Orée“ ins ländliche Nirgendwo zurück, um ihren psychedelischen Musikideen freien Lauf zu lassen.
Dabei wirkt die Musik an vielen Stellen eher wie die Vertonung einer spirituellen Reise. Die Stücke fließen beständig ineinander und vermengen Elemente aus Krautrock mit manchem dezenten Post-Punk-Einfluss, der immer wieder von psychedelischen Electronica umgarnt wird.
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An vielen Stellen klingt diese Musik auch improvisiert, lässt sich vom Moment treiben, ohne auf ein klares Ziel hinzuarbeiten. ASHINOA gelingt es hierbei, ihre Soundscapes und Klangexperimente nicht zu zerfahren klingen zu lassen. So wirken die Stücke in sich überzeugend und gut nachvollziehbar.
Auch die verschiedenen Einspieler von elektronisch verzerrten Stimmen (u.a. in „Bade BaidebSz“) erfüllen ihren Zweck, die Musik zwischen dystopischer Atmosphäre und klanglichem Experiment festzuhalten, ohne zum reinen Selbstzweck zu verkommen.
En gros wirkt „L'Orée“ sehr visuell angelegt, könnte gar als Soundtrack zu einem surrealistischen Weltuntergangsfilm durchgehen und tänzelt damit immer auf der feinen Grenze zwischen „spannend“ und „abgedreht“.
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FAZIT: ASHINOAs experimenteller Ansatz geht insofern auf, als dass ihre Musik einerseits kaum einer etwaigen Genre-Norm entspricht, andererseits aber doch zu fesseln weiß. Zwar ist „L’Oree“ kein total ausgeflipptes Wirrwarr, aber ein gewisses emotionales Unbehagen zieht sich beständig durch alle Stücke, was die Musik in jedem Fall interessant macht.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.06.2023
Matteo Fabbri
Chris Poincelot, Matteo Fabbri
Jérémy Labarre, Matteo Fabbri
Paul Renard, Lucien Chatin
Jérémy Labarre, Lucien Chatin (Percussion), Celine Bulteau (Flöte)
Fuzz Club Records
42:56
12.05.2023