<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/febd95460a5740a489ce89c2c4b91c96" width="1" height="1" alt=""> Erst im vergangenen Jahr haben uns AUTOPSY "Morbidity Triumphant" um die Ohren gehauen, nicht zu vergessen vor wenigen Monaten "Aborted from Reality", die zweite LP des Doom-Death-Projekts Static Abyss von Mastemind, Drummer, und Sänger Chris Reifert mit Gitarrist Danny Coralles. Jetzt also "Ashes, Organs, Blood And Crypts"… Der Titel allein scheint die Band und ihr Selbstverständnis summarisch auf den Punkt zu bringen, aber steckt ein musikalischer Schnellschuss dahinter?
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Ausgereift und gut durchdacht wirkten Autopsy noch nie, doch das ist ohnehin nicht der Sinn der Sache. Auch das neue Werk der US-Death-Metal-Legende wirkt unmittelbar und relativ spontan ersonnen, allerdings von erfahrenen alten Hasen, wobei Reifert und Coralles mittlerweile ein eingespieltes Dreamteam sind.
"Ashes, Organs, Blood And Crypts" startet mit einem Riff, das nicht klassischer Autopsy sein könnte: 'Rabid Funeral' steht gewissermaßen im Geiste des zweiten Bandalbums "Mental Funeral" (1991) - auch wenn der präsente Bass eher an den Debüt-Klassiker "Severed Survival" (1989) mit Sadus-Session-Bassist Steve DiGiorgio denken lässt - und wartet bei aller Urwüchsigkeit mit raffinierten Tempowechseln auf, ehe mit 'Throatsaw' der ersten von mehreren zweieinhalb- bis dreiminütigen Knallern folgt.
'Toxic Death Fuk' und 'Lobotomising Gods' gehen bei ähnlicher Länge in die Midtempo- bis Doom-Richtung, wobei flotte Ausbrüche allerdings nicht ausgeschlossen sind. Coralles' kurze Solos changieren wieder zwischen Slayer-mäßigem Geheul und melodischen Ansätzen, was neben Reiferts unnachahmlichem Kotz-Organ die Hauptsäule des aktuellen Autopsy-Sounds ausmacht.
Das punkig thrashende Titelstück und das qualvoll zähe Finale 'Coagulation' bilden unterdessen die altvertrauten Extrempunkte des Stils der Gruppe ab. Gemeinsamer Nenner dabei: eine Eingängigkeit, die sich zu gleichen Teilen aus den Vocals und Riffs ergibt.
FAZIT: Tod-und-Ekel-Lyrics, Wes-Benscoter-Artwork, leicht zugängliche Songstrukturen mit verschrobenen Schlenkern, maximale Vielseitigkeit bei Brutalität als anhaltender Kernkompetenz - die von Bassist Greg Wilkinson co-produzierte neue Autopsy-Fleischplatte bietet nichts für die Band Neues, bleibt aber langfristig als angenehm unkalkuliertes Death-Metal-Album im Player, und dass die Musiker ihre hohe Veröffentlichungsfrequenz bei gleichbleibender Qualität halten, ist nichts weniger als verblüffend.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.10.2023
Greg Wilkinson
Chris Reifert, Eric Cutler
Eric Cutler, Danny Coralles
Chris Reifert
Peaceville / Edel
41:21
27.10.2023