<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c2ee114699684899ac8d489679e68a6d" width="1" height="1" alt=""> Auf dem 2020 erschienenen ersten "Dealing With Demons"-Album fiel die vorwiegend melodische Ausrichtung der notorisch groovenden Modern-Metaller DEVILDRIVER positiv auch, auf wenn Dez Fafara und Co. kompositorisch zu sehr auf Nummer sicher gingen. Handelt es sich bei "Vol. II" nun um eine Ansammlung von Ausschuss-Stücken einer ohnehin nicht so genialen Songwritig-Session, oder hat das zehnte Album der Gruppe etwas völlig Neues zu bieten?
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Zunächst einmal erklärt sich die Platte wie die vorangegangene auf der inhaltlichen Ebene anhand ihres Titels. Fafara, der ohnehin nie Blätter vor den Mund nimmt, setzt sich schonungslos mit seinen eigenen inneren Dämonen auseinander und legt auch die Finger in die Wunden einer Gesellschaft, die auf der ganzen Welt seit dem letzten DEVILDRIVER-Longplayer eigentlich nur noch bekloppter geworden ist. Dieser konzeptionelle Aufhänger taugt zum Glück nicht zur Befestigung eines Stricks, den sich der Sänger schnell mit übertrieben emotionalen, jämmerlichen Lyrics hätte selbst drehen können. Vielmehr wirken seine Wut und Verzweiflung authentisch, was zur - hurra! - auch mal über den Tellerrand der Band schauenden Musik passt.
´I Have no Pity´ ist kein offensichtlicher Opener, sondern brodelt nicht nur in Hinblick auf sein nervöses Intro-/Leitmotiv unter einer scheinbar vertrauten Oberfläche. Erst ´Mantra´ zeigt DEVILDRIVER in gewohnter Form als zum Hüpfen animierende Combo, falls sie nicht in den Death-Metal-Doublebass-Modus switcht - eine Rezeptur, die bei ihnen seit gut 30 Jahren funktioniert und gegen Ende vor allem mit ´This Relationship, Broken´ eindrucksvoll bestätigt wird. Vertraues und Überraschendes im Wechsel?
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Ja, so lässt sich "Vol. II" auf eine kurze Formel bringen. ´Summoning´ und das fast in Black-Metal-Regionen bretternde ´Through the Depths´ (Mellotron-Teppiche im Background, wer hätte das gedacht?) fokussieren eher ein atmosphärisches Moment, auf das sich die Gruppe früher nur in Ausahmefällen berufen hat. Geklammert werden diese Tracks wiederum von nahezu typischer DEVILDRIVER-Ware - ´Nothing Lasts Forever´ und ´Bloodbath´. Dass diese Nummern die Schwachstellen der Platte darstellen, sagt eine Menge aus.
FAZIT: DEVILDRIVER stehen spätestens jetzt an einem Scheideweg und tun gut daran, sich eindeutig zu positionieren - dort, wo sie auf "Dealing With Demons Vol. II" ihre kreativsten und mutigsten Augenblicke erleben. Die andere Hälfte (ungefähr) der Tracks sind für die Verhältnisse der Band "nur" gehobener Durchschnitt, zu dem man das Gleiche sagen kann wie für den gesamten Vorgänger: "Stagnation auf gehobenem Niveau, nicht mehr und nicht weniger."
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.05.2023
Jon Miller
Dez Fafara
Mike Spreitzer, Alex Lee
Davier Pérez
Napalm / SPV
37:37
12.05.2023