In neuem Antlitz und frisch gemastert erscheint nun auch das 2018er Drittwerk von THE GREAT MACHINE, das bisher nur in Isreael erhältlich war, auf dem Berliner Label Noisolution. Dabei zeigt sich, dass die Israelis ihren Knarz-Stoner-Doom-Punk-Rock nicht erst in diesem Jahr kultiviert haben, wenngleich der Sludge-Anteil in den Grooves hier noch ein wenig ausgeprägter ist.
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Aber die knarzende Rock'n'Roll-Energie, dank der sich eben auch MOTÖRHEAD als erkennbarer Einfluss des Trios ausmachen lassen, kommt keineswegs zu kurz (man höre u.a. die flotteren Parts von „Motor Charlie“). In Gänze wirkt das vorliegende Material vielleicht noch nicht ganz so „dreckig“, dafür werden manche Ausflüge in psychedelische Gefilde umso ausgiebiger zelebriert (nachzuhören in den wiederkehrenden, verschroben-verzerrten Brummgitarren).
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Dass sie aber auch auf diesem Werk schon ein wenig psychedelischen Wahnsinn versprühen, lassen die Musiker u.a. mit dem „Dragon Wagon“ anklingen, bei dem der Kopf wie von selbst zum dreckig-dräuenden Groove nickt. Da kommt die Handbremse zum Schluss doch etwas unerwartet, aber umso passender, denn der sumpfige Sludge (inklusive schräger Verzerr-Spielchen, mit kräftigem Reverb auf den Gitarren) vermag den Hörer doch wieder aus dem angenehmen Kopfnick-Modus heraus zu reißen.
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Das Herzstück des Albums stellt aber die knapp dreizehnminütige „Doom Machine“ dar. Zwar zieht sich der dräuende Groove anfangs wie Kaugummi, was natürlich die Titelwahl unterstreicht und daher eigentlich nicht verwundern sollte, aber es wird doch schneller als gewünscht ermüdend, wenn die immer gleiche Melodie bzw. dasselbe Rhythmusmotiv über knapp vier Minuten ausexerziert wird. Da kann zwar der schleifende Abschluss ein wenig darüber hinweg retten, aber unterm Strich hätte der Song auch mit verknappter Spielzeit gut funktioniert (vielleicht sogar besser…).
Naja… den abschließenden „Respect“ büßt die Band trotzdem kaum ein, denn mit psychedelischen Gitarrenfiguren wird hier nicht gegeizt und auch der Groove lugt zum Ende nochmal um die Ecke.
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FAZIT: „Respect“ ergeht sich stärker in ausufernder Kiff-Psychedelica als das Folgewerk. THE GREAT MACHINE klingen hier noch eine Ecke roher und exerzieren das einzelne Riff stellenweise bis zum Erbrechen aus. Allerdings hat der rohe Charme dieses Albums auch seinen Reiz und außerdem wäre es ja doch seltsam, wenn nicht eine gewisse Entwicklung zum Nachfolger erkennbar wäre. Insofern ist diese Wiederveröffentlichung durchaus berechtigt.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.10.2023
Aviran Haviv
Aviran Haviv, Omer Haviv, Michael Izaky
Omer Haviv, Michael Izaky
Michael Izaky
Noisolution
36:30
13.10.2023