Was muten uns THE SAMURAI OF PROG eigentlich mit ihrem unerbittlich Schlag auf Schlag folgendem nächsten Prog-Album wohl diesmal zu?
Nach <a href="http://musikreviews.de/reviews/2022/The-Samurai-Of-Prog/The-Spaghetti-Epic-4/" target="_blank" rel="nofollow">Spaghetti-Western</a> oder <a href="http://musikreviews.de/reviews/2021/The-Samurai-Of-Prog/The-Lady-And-The-Lion--And-Other-Grimm-Tales-I/" target="_blank" rel="nofollow">Grimms Märchen</a> und <a href="http://musikreviews.de/reviews/2022/Samurai-Of-Prog/Anthem-To-The-Phoenix-Star/" target="_blank" rel="nofollow">dem Phoenix aus der Asche</a> geht’s nun mitten hinein in die geheimnisvolle Geschichte des 17. Jahrhunderts an den königlichen Hofe von Ludwig XIV., dessen wahres Geheimnis noch immer nicht gelüftet werden konnte, weil es sich hinter einer eisernen Maske (Vielleicht eines Zwillingsbruders?) verbirgt. Ein Stoff, ideal geeignet für jede Menge Filme, bei denen selbst ein Leonardo DiCaprio sich für eine Hauptrolle nicht zu schade war, auch wenn dessen Darstellung deutlich hinter denen der älteren Masken-Filmen zurückblieb.
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Nun also nehmen sich auf Anregung von OLIVIERO LACAGNINA auch THE SAMURAI OF PROG dieser Thematik an und setzen sie in altbewährter, wie gehabt beeindruckender, progressiver Rock-Qualität samt der Unterstützung einiger – diesmal gar nicht all zu vieler – Gastmusiker auf „The Man In The Iron Mask“ um. Und egal, ob es nun die hochwertige Musik oder Gestaltung der CD (24-seitiges Booklet im dreiflügeligen Digipak mit CD-Pappschuber alles von Ed Unitsky gestaltet) betrifft – mal wieder bleiben sich die progressiven Mannen um Bernard, Pörsti, Unruh sowie dem Cover-Gestalter Unitsky treu und hauen ein rundum hochwertiges Prog-Rock-Konzeptalbum raus, das in erster Linie von den erstklassigen, sehr umfangreichen Instrumental-Beiträgen und glücklicherweise in zweiter Linie nur den recht raren, nicht die instrumentale Klasse erreichenden, Vokal-Beiträgen lebt, bei denen größtenteils Steve Unruh den Gesang mehr hingehaucht und oft im Flüsterton beisteuert, was natürlich bestens zur diesmal gewählten Konzept-Thematik passt. Demgegenüber stehen immer wieder wie eine Art Gegenspieler die E-Gitarre- und E-Violine-Einsätze, wobei sich bewährt, hierbei gleich auf mehrere (insgesamt fünf) Gitarristen zu setzen, was für viel Saiten-Abwechlungsreichtum sorgt.
Den stärksten Einfluss aber hat Keyboarder OLIVIERO LACAGNINA von LATTE E MIELE, der sich zugleich für das komplette Konzept des Albums verantwortlich zeichnet und durchaus dabei als Inspirationsquelle auf RICK WAKEMAN und sein sehr erfolgreiches King-Henry-Album setzt. Auch bei „The Man In The Iron Mask“ gibt’s typische Klassik-Ambitionen zwischen Mittelalter und Renaissance, kombiniert mit Retro- und Art-Prog sowie massivem Einsatz von Unruhs Geige, aber auch Saxophonen – ausschließlich von Marek Arnold beigesteuert – und Flöten.
Ein Erfolgskonzept also, das sich bei THE SAMURAI OF PROG schon seit Jahren bestätigt und nun in „The Man In The Iron Mask (feat. Oliviero Lacagnina)“ fortsetzt, auch wenn es nicht ganz die Qualität der letzten Alben erreicht, was auch daran liegt, dass die Samuraien diesmal in erster Linie fast ausschließlich auf den Unruh-Gesang und wenige weibliche Gastbeiträge von Lauren Trew setzten.
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FAZIT: Vielen wird sicher die Geschichte um den Mann hinter der Eisenmaske – auch wegen der vielen Verfilmungen, die zu dieser historischen Story rund um das 17. Jahrhunderts an dem königlichen Hofe von Ludwig XIV. existieren – nicht unbekannt sein. Speziell auch der Keyboarder Oliviero Lacagnina entwickelte hierfür eine echte Leidenschaft und verwirklichte diese im Zusammenspiel mit THE SAMURAI OF PROG auf „The Man In The Iron Mask (feat. Oliviero Lacagnina)“. Allerdings ist diesmal die Gastmusiker-Besetzungsliste bei weitem nicht so groß wie auf den vorherigen Alben und als Sänger vertraut man vordergründig Steve Unruh. Trotzdem wahrt man hierbei die echt gute Prog-Qualität der Samurai-Alben, auch wenn man diesmal, mangels vokalen Abwechslungsreichtums, nicht an die besten der massenhaften THE SAMURAI OF PROG-Veröffentlichungen heranreicht.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.07.2023
Marco Bernard
Steve Unruh, Lauren Trew
Rafael Pacha, Marcel Singor, Federico Tetti, Thomas Berglund, Juhani Insula
Oliviero Lacagnina
Kimmo Pörsti
Marek Arnold (Saxofone), Steve Unruh (Geige, Flöte)
Sacrest Oy/Just For Kicks
59:43
09.06.2023