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The Sun Or The Moon: Andromeda

Stil: Space-, Kraut-, Psyche-, Acid- und Progressive-Rock

Cover: The Sun Or The Moon: Andromeda

Okay, ist gleich der erste Song von THE SUN OR THE MOON auf „Andromeda“ eine offensichtliche Anspielung auf das grandiose Kult-Album „Operation Mindcrime“ der amerikanischen Prog-Metal-Band QUEENSRŸCHE oder nicht?
„Operation Mindfuck“ ist eigentlich das pure Space-Kraut, aber doch durchaus mit einer sehr mystischen Schlagseite. Zudem gibt es öfters auch Sprechpassagen als Übergänge zwischen den einzelnen Songs Und härtere, von Gitarren dominierte Klänge werden von den deutschen Krautrockern mit dem sonnigen Mond-Namen dann spätesten beim folgenden „Psychedelik Kosmonaut“ ebenfalls angeschlagen, der noch dazu mit einem psychedelischen, arg benebelten deutschen Text aufwartet. Ansonsten aber singt man(n)/frau englisch. Das passt einfach besser zur kräuternebeligen Musik, die für jeden Kiffer ein zusätzliches Erlebnis sein wird, da er hier gemeinsam mit THE SUN OR THE MOON tatsächlich Richtung „Andromeda“ abheben kann, wo es ja bekanntlich schön nebelig ist.

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Also „Operation Mindcrime“ hin oder her – das ist egal. Fakt aber ist und das sagt schon mehr als nötig über THE SUN OR THE MOON aus, dass dieses Psyche-Space-Quartett bereits eine der wohl interessantesten Roger-Waters-Kompositionen von PINK FLOYD zu SYD BARRETT-Zeiten kongenial und extrem ungewöhnlich auf einer Länge von über acht Minuten coverte: „Julia Dream“!

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Auch auf „Andromeda“ erwarten einen jede Menge Traum-Momente von floydianischer Schönheit! Verstärkt werden diese zudem noch durch die Hinzunahme verschiedener, durch Gastmusiker gespielte, Instrumente, wie Flöten auf „Planet 9“ sowie „Smithereens“ oder Streicher auf „Andromedan Speed Freaks“ und Saxophone auf „The Art Of Microdosing“.

SULA BASSANA oder OZRIC TENTACLES, aber auch HAWKWIND sind bei THE SUN OR THE MOON oft die stillen oder auch lautstarken Begleiter auf dieser Reise zu „Andromeda“, die ebenso am klassischen Krautrock von AMON DÜÜL und CAN vorbeiführt, mal kurz bei den früh-psychedelischen Barrett-Floydianern andockt und dann in elektronische Krautgefilde der Marke TANGERINE DREAM oder POPOL VUH weiterfliegt. Das ist in seiner ganzen verspielten Schönheit, welche sich auch nicht vor PORTISHEAD-Jazz-Ambient-Verneigungen oder weltmusikalischen, zart esoterisch angehauchten Momenten scheut, tatsächlich ein echtes Erlebnis. Und man sollte, obwohl gerade diese Musik ideal auch für die schwarzen LP-Rillen geschaffen ist, gerade wegen der zwei richtig guten Bonus-Stücke „Surfin' Around Saturn“ im deutlich psychedelischen „Set The Controls For The Heart Of The Sun“-Floyd-Feeling...

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...sowie dem ambientverliebten, mit sich ein wenig dahinziehender singender Gitarre jubilierenden „40 Days“ dann doch auf die CD oder gleich beide Varianten – wenn's der Geldbeutel hergibt – zurückgreifen. Außerdem bekommt man so eine satte Flugstunde zur Sonne oder zum Mond. Beides völlig schnurzpiepegal, denn das, was beim musikalischen Abheben alles geschieht, ist für alle Freunde guten Space-Rocks im Sixties- und Seventies-Style ein Hochgenuss. Auch wenn diese Zeitmaschine Richtung Vergangenheit fliegt und dabei die Zukunft (zum Glück) komplett außer Acht lässt.

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FAZIT: Auf ihrem zweiten Album begeben sich die deutschen Kraut-, Psyche-, Space-, Retro- und Noch-vieles-mehr-Rocker THE SUN OR THE MOON auf die Reise nach „Andromeda“, das Sternbild, welches besonders bekannt auch durch den Andromeda-Nebel ist. Und neblig sowie kräutrig und spacig geht es auf dieser Reise in allerbester progressiver Manier zwischen HAWKWIND und frühen BARRETT-Floyd zu. Ein pures Klangerlebnis für alle, die lieber in der Vergangenheit schwelgen als sich am ESC zu ergötzen. Chapeau! Und ob diese Reise zur Sonne oder zum Mond geht ist wumpe, denn egal wohin, „Andromeda“ ist für die alten, ewig-jung-gebliebenen Krautis ein echter Hochgenuss!

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.06.2023

Tracklist

  1. Operation Mindfuck
  2. Psychedelik Kosmonaut
  3. Planet 9
  4. Andromedan Speed Freaks
  5. The Art Of Microdosing
  6. Into Smithereens
  7. Surfin' Around Saturn *
  8. 40 Days *
  9. * nur auf CD

Besetzung

  • Bass

    Frank Incense

  • Gesang

    Frank Incense

  • Gitarre

    Frank Incense, Markus Weber

  • Keys

    Frank Incense, Susanne Schneider

  • Schlagzeug

    Niclas Ciriacy

  • Sonstiges

    Frank Incense (Electronics, Handpan), Niclas Ciriacy (Gang Shout)

Sonstiges

  • Label

    Tonzonen Records

  • Spieldauer

    59:15

  • Erscheinungsdatum

    16.06.2023

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