„Living In Paradise“ ist ein einzigartiger (nicht nur) musikalischer Etikettenschwindel. Denn eigentlich ist THE UPLAND BAND ein Ein-Mann-Projekt von Michael Beckett mit der Unterstützung von verschiedenen Gastmusikern. „Living In Paradise“ trägt mit diesem seltsamen Psyche-Indie-Gitarren-Pop und schrägem Gesang sowie kaum beachtlicher kompositorischer, sondern wahllos zusammengestückelt erscheinender Musik nicht gerade zu paradiesischen Hörzuständen bei. Und dass zudem diese schräge, auch in ihrer Gesamtheit unausgegoren produzierte Musik für Platte und CD es gerade mal auf 29 Minuten Spielzeit bringt, ist ebenfalls keine Meisterleistung.
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Um es ehrlich kurz zu machen: Es fällt verdammt schwer „Living In Paradise“ zu mögen, auch wenn hier gerne mit jeder Menge psychedelischer Ideen gespielt wird, mitunter einem XTC oder MINUS 5 sowie ARCADE FIRE entgegenlächeln und sogar textlich dieser knappen halben Stunde ein schlüssiges, schwarzhumorig-ironisches Konzept (rund um ein kleines Dorf in Ostwestfalen) innewohnen soll – dem man leider nicht durchgängig folgen kann, wenn weit und breit auf dem Tonträger nicht ein abgedruckter Text zu finden ist.
Wen's trotzdem interessiert, der wird zu den Hintergründen auf der Bandcamp-Seite von THE UPLAND BAND fündig, auf der er erfährt, dass „das Spektrum der Charaktere eines kleinen Dorfes irgendwo zwischen den Hügeln Ostwestfalen von einem mehr als armen Lumpensammler über einen pensionierten Polizisten bis hin zu Nazi-Nachbarn und dem Geist eines unbekannten, abgeschossenen kanadischen Bomberpiloten, um nur einige zu nennen, reicht. Die Geschichten, die erzählt werden, handeln unter anderem von einer historischen Papiermühle, die für die Massenproduktion von Methamphetamin genutzt wurde, von den Härten des Lebens im 17. Jahrhundert, von einem dampfbetriebenen Zug, in dem man Grünkohl und Würstchen essen und sich besaufen kann, und von der Aufforderung an die Dorfbewohner, sich ein bisschen mehr anzustrengen.“
So viel Potenzial, dem allerdings musikalisch absolut keinerlei Konzept, geschweige denn 'roter Faden', innewohnt…
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...was zu folgendem FAZIT führt: Gerne ordnet man Musik, die man zu verstehen versucht, aber der man trotzdem nicht so richtig folgen kann, als 'Intellektueller Alternative-Rock' (oder eben psychedelischen Gitarren-Pop samt verwirrender Texte) ein und legt ihn dann in die Kritiker-Ablage. Genau da gehört auch „Living In Paradise“ von THE UPLOAD BAND hin.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.05.2023
Michael Beckett
Michael Beckett
Michael Beckett
Michael Beckett
Bob Schätzle
Kapitän Platte
29:00
12.05.2023