THRONEHAMMER schicken sich mit „Kingslayer“ an, die Grenzen des traditionellen Doom Metal auszuloten, indem sie vielfältige Einflüsse aus allen dunklen Ecken des Metal zu einem Monument verschmelzen. Dabei fließt das Herzblut in Strömen, türmt sich wahlweise zu tiefgehenden Hymnen, wie etwa „Sacrosanct Grounds“ auf, bricht aber auch mit unbequemer Bosheit über den Hörer herein und lässt Einflüsse wie etwa CELTIC FROST erkennen (u.a. in „Triumphant Emperor“).
Dabei präsentiert sich Kat Shevil Gilham als ausdrucksstarke Sängerin, deren metallisches Herzblut mit jeder Silbe aus ihrer Kehle tropft. Egal ob sie death-metallisch growlt oder schicksalhaften Klargesang auspackt, ihre Stimme geht zu jeder Zeit unter die Haut.
Mit „Reign of Steel“ starten THRONEHAMMER die Königsmörder-Geschichte mit einem Heavy-Doom-Brecher, der traditioneller kaum sein könnte, ehe der Titeltrack mit hypnotischer Wucht besticht, die vor allem in den Gitarrenmelodien zum Zug kommt. Und auch wenn der Vergleich etwas hinkt, dank Songs wie „Echoes Of Forgotten Battles“ stellt sich doch das Gefühl ein, von der Musik zermalmt zu werden, wobei sich eine ähnliche Intensität auftut wie sie BOLT THROWER zu erzeugen in der Lage waren.
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Mit Songs wie „Mortal Spheres“ zeigen sich THRONEHAMMER außerdem beeindruckend wandelbar. Denn hier finden sich sowohl tonnenschwerer Doom Metal, als auch schwarzmetallische Momente und ein emotionaler Anstieg, der einem im Finale alle Locken glatt zieht. Und das, wohlgemerkt, ohne Tempo zu machen.
„Halcyon Days of Yore“ spart (wie alles an diesem Album) kaum mit Heavy-Metal-Pathos, entwickelt sich aber nach und nach zu einem dramatischen Epos, das sämtliche Elemente dieses Albums (vielleicht auch des traditionell ausgerichteten Genres) in sich vereint. Hymnische Leads, eine stolze Haltung und ein, trotz alledem, akzentuiert-filigranes Spiel sämtlicher Instrumente, das ab der ersten Sekunde durch Mark und Bein geht.
Am Ende wandelt „Ascension“ auf kämpferischen Pfaden, lässt aber auch Raum für Melancholie. Wunderschöne, getragene Gitarrenmotive treffen auf ausladenden Epik und eine ganze Menge Pathos. Hinzu kommt ein gewisser Hang zur Düsternis (vor allem gesanglich), der den kämpferischen Charakter dieses Albums nochmal unterstreicht.
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FAZIT: THRONEHAMMER liefern mit „Kingslayer“ einen echten, nun ja, Hammer ab! Ohne sich in ein starres stilistisches Korsett zu zwingen, wirkt die Musik epochal und majestätisch und das, obwohl hier doch eigentlich vom Königsmörder gesungen wird. Aber wer Pathos, Leidenschaft, Emotionalität und spielerischen Ernst so ergreifend in einen Topf wirft, der braucht keine starre Rüstung, weder stilistisch, noch thematisch. Groß!
Punkte: 14/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.12.2023
Uwe Void
Kat Shevil Gillham
Stuart „Bootsy“ West, Tim Hammersmith
Markus Ströhlein
Supreme Chaos Records
73:51
24.11.2023