<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/736e0b0853334b919346cb13e5142b77" width="1" height="1" alt=""> Trevor Rabin trat Mitte der Siebziger mit der Band Rabbit in Erscheinung, wurde aber insbesonders als Filmkomponist (unter anderem "Armageddon", "Rock Star") sowie als Mitglied der Prog-Titanen Yes bekannt, an deren kontroversesten Alben (vor allem "90125") er mitwirkte.
Die Solokarriere des Multi-Instrumentalisten und Sängers lief in der zweiten Hälfte der Siebziger an (gespickt mit hochkarätigen Mitmusikern) und brachte ihm einige Erfolge ein, gleichwohl er nie zu einem Superstar avancierte.. "Rio" ist jetzt das erste Soloalbum des Künstlers seit elf Jahren, wobei der Vorgänger „Jacaranda“ rein instrumental angelegt war; tatsächlich sang Rabin zuletzt vor geschlagenen 34 Jahren auf „Can’t Look Away“, und in Teilen lässt sich das neue Werk auch mit jener LP vergleichen, die den denkwürdigen Video-Hit 'Something to Hold on To' enthielt.
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"Rio" steht in erster Linie für bombastischen Artrock mit mehrstimmigen Gesangsarrangements, detailverliebtem Gitarrenspiel, Synthesizer-Schmelz und vor allem: positiven Schwingungen, wofür 'Paradise' - mit sieben Minuten das längste Stück der Platte - und der elegante Abgang 'Toxic' als Musterbeispiele herhalten. Insofern zeigt sich Rabin von seiner vertrauten Seite, doch das Material und die Produktion stellen ein gesundes Gleichgewicht zwischen Classic-Rock-Nostalgie und zeitgemäßer Aura her.
Die hypnotischen Tracks 'Thandi' und 'Big Mistakes', letzteres mit für vieles von dem, was Rabin im Lauf der Jahrzehnte in verschiedenen Musikerkonstellationen gemacht hat, charakteristischen (schrägen) Gitarrenleads, bilden insofern Ausnahmen, als "Rio" ein Album mit entschiedenem Vorwärtsdrang ist. Der Komponist, der fast alles im Alleingang aufgenommen hat, sprengt das gängige Radioformat konsequent, wenn man von den gut vierminütigen Nummern 'Egoli' (pure polyphone Lebensfreude!) und 'Tumbleweed' absieht, das auf seine relativ minimalistische, auf die Vocals fokussierte Art ein wenig aus dem pompösen Rahmen fällt.
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Mit Country-Gitarre, akustischem Intro und zartem Percussion-Puls verbreitet 'Oklahoma' New-Age-Flair, was sich später in der Ballade 'These Tears' wiederholt; das treibende 'Goodbye' hat hingegen etwas von Bluegrass, und die politisch verbrämte Single 'Push' glänzt mit wuchtigem Drumming von Vinnie Colaiuta, ein Fest aus Orgel- und Piano-Klängen nebst Flötensolo im Abgang mit jener erhebenden Stimmung, die man fast als Absichtserklärung ansehen kann.
FAZIT: "Rio" bietet vielschichtigen Prog-Pop-Rock auf der Grundlage alter Tugenden aus den Siebzigern und mehr noch den Achtzigern. Weltmusik, der man Trevor Rabins südafrikanische Wurzeln anhört, und eine generelle Lust am Sein sind vielleicht die beiden wesentlichen Stichworte, welche die Qualitäten der Scheibe auf den Punkt bringen. Verblüffend jugendlicher Stoff von einem 69-Jährigen!
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.09.2023
Trevor Rabin
Dante Marchi, Liz Constantine, Trevor Rabin
Trevor Rabin
Trevor Rabin
Ryan Rabin, Lou Molino, Vinnie Colaiuta
Inside Out / Sony
55:07
06.10.2023