In den reduzierten Momenten, in denen eine düstere Gitarre den Gesang von Peter Bjørneg untermalt, ehe sich stoischer Groove Bahn bricht, erinnern ALKYMIST ein wenig an CELTIC FROST, die es ebenso prächtig verstanden haben mit minimalen Riffs, maximale Schwere und Dunkelheit zu erzeugen.
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Nun ist „UnnDerr“ sicher kein zweites „Monotheist“.
Schon allein aufgrund der Tatsache, dass ALKYMIST wesentlich stärker im sumpfigen Doom/Sludge-Riffgebiet umherwaten. Aber der grundlegende Nihilismus, den auch die Schweizer Genre-Urväter in jedem Ton ausgelebt haben, findet sich auch bei den hier besprochenen Dänen.
Dabei finden sich in allen Stücken sowohl instrumental reduzierte Momente, die den Fokus auf den eindringlichen Gesang legen, als auch beinahe psychedelische Einschübe, die sich zwischen kraftstrotzenden Gitarrenriffs aufreiben (nachzuhören u.a. im zehnminütigen Titeltrack).
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Vereint unter einer dunklen, verstörenden Atmosphäre, die eine gewisse Nähe zu psychotischen Horrorfilmen mitbringt, zeichnen ALKYMIST auf „UnnDerr“ das Bild eines Albtraums, der nur schwer zu verdauen ist.
Selbiges gilt für die Musik, die nicht wirklich zugänglich ausfällt, sich aber mit stoischer Intensität unter die Haut gräbt, womit das Horrorfilm-Bild doch ganz gut passt.
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FAZIT: ALKYMISTs „UnnDerr“ wirkt wie ein behäbiger Koloss. Die anfängliche Schwere und plumpe Monotonie erzeugt aber, einmal in Bewegung, einen immer intensiver werdenden Sog voller Schwärze und Unbehagen, der durchaus einen gewissen Reiz mitbringt.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.12.2024
Kaspar Luke
Peter Bjørneg
Stefan Krey
Philip Morthorst
Indisciplinarian
43:49
15.11.2024