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Reviews

Assassun: Post-Climax

Stil: Synthpunk, Darkwave

Cover: Assassun: Post-Climax

ASSASSUN war auf seinen bisherigen Alben ein mitunter schwer greifbares Konstrukt aus elektronischer Kälte, pumpenden Beats und einem allgegenwärtigen Fatalismus, der sich beinahe zynisch mit den Dämonen des Lebens auseinandersetzte.
„Post-Climax“ führt diese Qualitäten weiter, tönt nach einer Irrfahrt durch eine postapokalyptische Einöde, die außer giftigen Wolken, langsam zerfallenden Industrie-Komplexen, sowie trister Einsamkeit wenig zu bieten hat.

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Der Geist wird in dieser Szenerie komplett auf sich selbst zurückgeworfen. Minimalismus wird zur persönlichen Therapie, genauso wie er dazu führt, dass sich Herz und Geist in Resignation ob ihres Zustandes verlieren.
Dabei zieht sich ein depressiver Charakter, der immer mal von Selbstaufgabe zeugt, durch sämtliche Songs dieses Albums. Und obwohl Mastermind Alexander Leonard Donat überwiegend auf minimalistische Klänge, sterile Beats und kalte Sounds setzt, wabert die Musik diffus, schwer greifbar und stets unangenehm aus den Boxen.

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Die Atmosphäre wirkt bedrückend, der Hörer wähnt sich in einer surrealen Landschaft aus Stahl, Stein und Staub, beständig auf der Flucht vor einer unbekannten Gefahr, einer nahenden Katastrophe, oder schlicht den eigenen Gedanken. Denn nach der Apokalypse ist bekanntlich vor der Apokalypse. Ein kalt pumpender Elektronik-Würgegriff wie „Sink Your Sword Into Me“ wirkt daher nicht nur ob seines Titels fast feierlich destruktiv, sondern bündelt hibbeliges Tanzpotenzial mit einer unterschwelligen Verzweiflung, die sich vor allem gesanglich zeigt und in „Swallow My Sky“ eine kratzbürstige Metamorphose vollzieht. Weg von Schnelligkeit und Schnelllebigkeit hin zum gezwungenen Fortschritt. Wobei der Fortschritt in diesem Fall unausweichlich in einer weiteren Apokalypse endet. Denn wenn der Himmel verschluckt wird, wartet am Ende die Konfrontation mit den eigenen Dämonen. Kein Wunder, dass „Skull-Line“ als bizarr anmutendes Synthpunk-Heckmeck wenig Licht verbreitet, sondern vielmehr wie eine abschließende Implosion des eigenen Wesens wirkt. Der Endgegner ist der eigene Geist, der zwischen Selbstaufgabe und der Akzeptanz der eigenen Apokalypse auf der sprichwörtlichen Rasierklinge tanzt.

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FAZIT: ASSASSUNs „Post-Climax“ ist erneut eine diffuse Wanderung durch innere Zwänge, persönlichen Zwiespalt und die Fähigkeit bzw. Unfähigkeit zur Akzeptanz augenscheinlicher Tatsachen geworden. Der Stoizismus <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2023/Assassun/Chronic-Quicksand-Depression-Morning/" target="_blank" rel="nofollow">des Vorgängers</a> ist geblieben, wenngleich die Tanzmomente vermehrt einer kalten Aura des Vergessens, der Aufgabe gewichen sind. Einfacher wird die Musik dadurch nicht. Allerdings geht auch die bewusste Anspannung in jedem Ton kaum verloren. Und wieder kommt die musikalische Anstrengung nicht von ungefähr.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.03.2024

Tracklist

  1. You Can’t
  2. Footnote
  3. Sling Me Out
  4. Hell Here
  5. CPR
  6. Push Notice
  7. If
  8. Spectator
  9. Sink Your Sword Into Me
  10. Swallow My Sky
  11. Used To Glow
  12. Skull-Line

Besetzung

  • Gesang

    Alexander Leonard Donat

  • Keys

    Alexander Leonard Donat

Sonstiges

  • Label

    Blackjack Illuminist Records

  • Spieldauer

    40:30

  • Erscheinungsdatum

    16.02.2024

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