<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/7cc211e244834f0b9f86a8f41186dbe8" width="1" height="1" alt=""> Mit "Love, Death & In Between" aus dem vergangenen Jahr schienen DEWOLFF endgültig zu sich selbst gefunden zu haben. Das niederländische Trio begann seine Karriere mit packendem Vintage-Rock, den es spätestens mit dem letzten Album gleichteilig um alten Soul und R&B ergänzte. Dass Frontmann Pablo van de Poels Besuch eines Gottesdiensts von Al Green einen so nachdrücklichen Eindruck hinterlassen würde, war nicht unbedingt zu erwarten, doch dass die Gruppe an dem Erfolgrezept der vorangegangenen LP festhält, ergibt Sinn - zumal "Muscle Shoals" wieder etwas knackiger und geradliniger ausgefallen ist.
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Dass DeWolff spitzenmäßige Songwriter sind, weiß man längst, und dementsprechend punktgenau treffen die meisten Songs auf dem neuen Album ins Schwarze. Der Titel bezieht sich selbstverständlich auf Muscle Shoals im US-Bundesstaat Alabama, wo die Band in diesem Frühling unter Produzent Ben Tanner (Alabama Shakes) aufnahm. Dies macht das Retro-Rock'n'Roll-Erlebnis umso authentischer, aber wie meistens bei DeWolff gilt: Die Musik verbreitet altmodisches Flair, doch im Grunde werden da schlicht starke Kompositionen in ein sehr traditionelles Soundgewand gekleidet.
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Robin Piso schätzte sich während der Produktion glücklich, Tasteninstrumente zu verwenden, die man in Stücken von Leon Russel und Aretha Franklin ('I Never Loved a Man') gehört hat, doch sein charakteristisches Hammondorgelspiel bleibt auch auf "Muscle Shoals" ein Grundpfeiler des Bandsounds, wie man insbesondere in den unterschwellig treibenden Highlights 'Out on the Town' und 'Ophelia' feststellt.
Pablo van de Poel wartet indes mit einer beachtlichen Palette an gitarristischen Klangfarben auf, die von kratzig ('Truce') bis süßlich (die Gänsehaut-Ballade 'Ships in the Night') reichen. Als epische Ausnahmenummer ragt hingegen das achteinhalbminütige 'Snowbird' heraus, mit dem DeWolff mal eben Led Zeppelin, Marvin Gaye und The Grateful Dead zu vereinen scheinen.
FAZIT: "Muscle Shoals" markiert den vorläufigen Höhepunkt einer logischen Entwicklung. DEWOLFF perfektionieren ihre Mischung aus Psychedelic Rock und poppigem Soul ein Stück weiter und setzen auf kompositorische Souveränität, wobei man sich mehr mutige Songs wie den abschließend erwähnten Longtrack wünschen würde. Eine Ausnahmeband bleiben die drei Niederländer dennoch.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.11.2024
Pablo van de Poel, Luka van de Poel
Pablo van de Poel
Robin Piso
Luka van de Poel
Mascot / Rough Trade
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06.12.2024