<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3d662e90616045e5acb4d0140caec1bf" width="1" height="1" alt=""> Neue Bassistin, altes Spiel: DRAGONFORCE sind nach Frédéric Leclercqs Weggang zu Kreator natürlich keinen Fußbreit von ihrer Erfolgsformel abgewichen und hauen mit "Warp Speed Warriors" ein weiteres Lieben-Hassen-Album in ihrem sogenannten Extrem-Power-Metal-Stil heraus. Die Musikalität der Band beeindruckt nach wie vor - der Lack, der dank des leichten, unmittelbaren Zugangs zu den Kompositionen hell glänzt, blättert aber auch wieder umso schneller ab.
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Das Quintett hat mit der Zeit ohne Zweifel so einige mehr oder weniger zeitlose Songs geschrieben, die recht gut gealtert sind, doch den Vorwurf, "too much" zu sein, mussten sich seine Alben immer gefallen lassen, und das neue, neunte bildet dahingehend keine Ausnahme - allein schon in Hinblick auf seine Spielzeit selbst ohne die mit prominenten Gästen gespickten Bonustracks (siehe Tracklist) der Special Edition. Die selbsternannte schnellste Band der Welt ist auch tatsächlich in erster Linie wieder genau das: typischer Euro-Power-Metal auf Amphetaminen.
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Gleichwohl, es gibt auf "Warp Speed Warriors" auch getragene Momente (die klebrige Ballade 'Kingdom of Steel'), doch das Gros des Materials beläuft sich auf zuckrig melodiöses Doublebass-Gedudel ('Burning Heart' ), bei dem die Gründungsmitglieder Herman Li und Sam Totman mit ihren irren Gitarreneskapaden sowie Sänger Marc Hudson im Brennpunkt stehen. Unterdessen unterstreichen kitschige Synthesizer die traditionelle Videospiel-Fantasy-Ästhetik ('Power of the Triforce' im Anklang an das "Legend of Zelda"-Franchise) der Gruppe; rein musikalisch überrascht auch deshalb praktisch nichts.
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'Space Marine Corp' schrammt mit seinen überzeichneten Manowar/Sabaton-Hooks vom Killen, Fighten und Victory Feiern hart am Rand des Erträglichen und das leichtfüßige 'Doomsday Party' funktioniert mit seinen fiesen Disco-Drums nicht wirklich als gewollte Eighties-Hommage, doch das fällt für Fans nicht weiter ins Gewicht; alle anderen machen eh nach wie vor einen weiten Bogen um die Band. Einen Taylor-Swift-Song ('Wildest Dreams') zu covern kann übrigens nur in die Hose gehen - fantasielos niedergeknüppelt haben sie die Nummer…
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FAZIT: 25 Jahre nach ihrer Gründung bleiben DRAGOFORCE sie selbst und predigen sozusagen den Bekehrten. "Warp Speed Warriors" ist zu lang und quasi ein bloßes Lebenszeichen einer Band, die mit ihrem Überschall-Pop-Metal eigentlich schon seit vielen Jahren nicht viel mehr zu sagen habt, als dass es sie halt immer noch gibt, dass jemand sie hören will und sie daher weiter Platten rausbringt. Die grässliche Floskel "Der Erfolg gibt ihnen recht" greift also auch hier wieder.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.03.2024
Alicia Vigil
Marc Hudson
Sam Totman, Herman Li
Gee Anzalone
Napalm / SPV
73:23
15.03.2024