<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/034ba2f0fd1847d899a8964b3a2f9263" width="1" height="1" alt=""> Mit ihrem fünften Album erfinden sich DUST BOLT ein Stück weit neu, was letzten Endes auch der einzige gangbare Weg für eine ursprüngliche Thrash-Band ist, die künstlerisch integer sein möchte, statt ihre menschliche Reifung zu ignorieren, um an einem fadenscheinigen Konzept von "Authentizität" festzuhalten.
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Zu sagen, die Pandemie hätte die Bayern nicht kaltgelassen, wäre genauso floskelhaft wie bei anderen Bands, denen man dies unterstellt, zumal: Auf wen hatte das Ganze keine Auswirkungen? Wie dem auch sei, die Band musste nach ihrem letzten Longplayer "Trapped In Chaos" (2019) einen neuen Bassisten einarbeiten, doch wichtiger ist die Entwicklung, die Gitarrist/Sänger Lenny Bruce als Komponist vollzogen hat.
Die 2008 gegründete Band klang schon vor fünf Jahren nicht mehr unverfälscht old-school, und "Sound & Fury" ist jetzt so etwas wie das Dust-Bolt-Pendant zu Metallicas schwarzem Album oder Anthrax' "The Sound of White Noise". Neben kurzen Klopfern im nahezu alten Stil ('New Flame') stehen nun häufiger rockige Nummern wie 'Disco Nnection' (fast NDH-mäßig stampfend mit hintergründigen Sprachsamples) oder 'Burning Pieces' mit einem waschechten Stoner-Groove-Riff.
Bestechend dabei: Dust Bolt stinken auch im unteren Tempo-Bereich nicht ab, wobei das düster zähe 'You Make Me Feel (Nothing)' sogar einen der Höhepunkte des Albums markiert. Die abschließende Ballade 'Little Stone' stellt dann wohl endgültig klar, dass das bayrische Quartett nicht mehr für Hightop-Stretchjeans-Baseballmützen-Popanz zu haben ist.
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FAZIT: "Sound & Fury" ist ein für eine Thrash-Combo mutiges Album. DUST BOLT verstehen sich auf scheuklappenfreies Songwriting und verwehren ihren Fans 2024 offensichtliche Hits. Die Strukturen sind sperrig, die Produktion orientiert sich an der Mainstream-Phase nordamerikanischer Acts for rund 30 Jahren (man achte insbesondere auf den oft gedoppelten Gesang), und das Ergebnis ist künstlerisch wertvoll, wird aber nicht auf ungeteilt positive Resonanzen stoßen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.02.2024
Tom Liebing
Lenny Bruce
Lenny Bruce, Florian Dehn
Nico Remann
AFM / Soulfood
45:48
23.02.2024