Mit knapp einer halben Stunde Spielzeit halten THE SNUTS ihr aktuelles Werk „Millennials“ angenehm kurz. Dem Regenbogen auf dem Cover entsprechend, feiern die Schotten das Leben mit leichtfüßigem Indie-Pop, der auf einem rockenden Fundament fußt.
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In einer Nummer wie „NPC“ kommen zusätzlich Elemente aus dem Funk hinzu, was sich in einer locker-flockigen Attitüde zwischen Tanzfläche und Radio-Airplay niederschlägt.
Dieses Potenzial zeigt sich u.a. auch in den eingängigen Refrains von Stücken wie „Millionaires“ oder auch „Novastar“, das durch seine sprudelnde Unbeschwertheit als klangliches Äquivalent zu einem Soda-Stream-Apparat durchgehen könnte und damit auch gleich eine Art Sinnbild für die „Feel-Good“-Bequemlichkeit dieses Albums mitbringt.
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Denn unterm Regenbogen tanzt es sich bekanntlich bestens, egal ob die Musik aus dem Autoradio tönt, oder über die alte Playstation-Konsole konsumiert wird. Dieses Bild steht auch ein wenig exemplarisch für den Charakter von „Millennials“. Irgendwo klingt diese Musik modern, nah am Zeitgeist des Indie-Genres und doch strahlt das Album einen sympathisch anachronistischen Vibe aus, der Erinnerungen an inhaltslose, aber (mehr oder weniger) unterhaltsame Teenie-Zeitschriften wie die „Bravo“ wach werden lässt.
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Denn ähnlich sprunghaft und spontan wie die Berichterstattung ebenjener Postille klingt auch die Musik von THE SNUTS. Einerseits scheint hier ein Teenie-Traum vom Profimusiker wahr geworden zu sein. Andererseits klingt die Musik vielleicht gerade deshalb so unbeschwert und lebensfroh, weil genau das eingetreten ist. Da wirkt es doch beinahe wieder sympathisch und nahbar, dass sich ein Song wie „NPC“ mit dem Gefühl von Machtlosigkeit in einer digitalisierten Welt beschäftigt. Denn es macht deutlich, dass die Musiker eben doch noch Menschen sind, denen der Zeitgeist und seine (W)Irrung nicht egal ist. Persönlicher und musikalischer Erfolg hin oder her.
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FAZIT: THE SNUTS vertonen die Existenzkrise der 2000er-Generation in radiotauglichem Indie-Pop-Gewand, dem ab und an eine federleichte Rockmusikjacke übergestreift wird. Damit betritt „Millennials“ sicher kaum musikalisches Neuland, geschweige denn, dass es Experimente wagt. Aber als klangliches Äquivalent zu einem wohlig-warmen Frühlingstag ist das Album durchaus gelungen. Existenzkrise hin oder her.<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/7jSfvwm85Oo?si=xL30ouQjmIj70YPK" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.04.2024
Callum Wilson
Jack Cochrane
Jack Cochrane, Joe McGillveray
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Happy Artist Records
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23.02.2024