Hardcore made in Germany?
Die Schweinfurter von THIN ICE lassen mit „A Matter Of Time“ dieser Tage ihr Albumdebüt auf die Welt los, die, gemessen am Coverbild, in den Fängen eines muskelbepackten Teufels ist, von dem es sich zu befreien gilt.
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Die Grundpfeiler des Hardcore finden sich dabei nicht nur in der Musik dieses Fünfers, sondern treten auch in den Texten zu Tage. Egal ob Kämpferhymnen wie „Bow To None“ zu maximaler Selbstbestimmung aufrufen, oder ob ein Stück wie der Albumcloser „Kill Or Be Killed“ neben gehörigem Warrior-Dance-Potenzial den „Do it yourself“-Gedanke der Hardcore-Bewegung auf eine übertriebene Spitze treibt.
Ein Stück wie „Time Is The Enemy“ tanzt mit leichtem Südstaaten-Sludge-Vibe in der Gitarrenarbeit zu Beginn ein wenig aus dem eng gesteckten Genre-Rahmen, was dem Material aber gut zu Gesicht steht. Denn durch diese kleinen Kniffe wird der Hörer ab und zu doch noch überrascht.
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Dass THIN ICE aber trotzdem mit beiden Beinen fest im klassischen Hardcore stehen, beweist nicht nur das Album-Artwork, sondern auch die textliche Kämpferhaltung, die sich maximale Selbstbestimmung und Freiheit als Ziel setzt (u.a. „Time To Choose“ oder „The Easy Life“).
Brecher wie „Driven By Defeat“ unterstreichen dabei die Kompromisslosigkeit mit der THIN ICE an ihre Kunst heran gehen.
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Ein klein wenig Metal-Riffing gibt’s auch: „As Cold As Ice“ erinnert in manchem Moment gar an langsamere SLAYER-Riffs und „Ready To Explode“ lässt vage Crossover-Vibes zu.
All das geschieht natürlich im eng gesteckten Rahmen des klassischen Hardcore, der unverrückbar das Fundament des THIN ICE-Sounds darstellt.
Gleiches gilt für die Attitüde der Musiker, die den „Hart aber herzlich“-Gedanken der Kultur authentisch und lebensnah an den Hörer bringt.
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FAZIT: THIN ICE machen mit „A Matter Of Time“ alles richtig und zeigen, dass klassischer Hardcore noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Im Gegenteil: Alben wie dieses beweisen, dass das Genre nach wie vor lebendig ist und seine Relevanz von Tag zu Tag ansteigt.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.05.2024
Julian Hereth
Simon Hereth
Tobias Schuldheis, Lukas Kaiser
Michael Wirsing
Farewell Records
27:49
03.05.2024