„Journey“ von TOM BERKMANN ist ein 'Reise'-Album durch den beSchWINGten Jazz der beruhigenderen und entspannteren Töne geworden, zu dem man nicht viele Wort zu verlieren braucht, da die Stimmung, die mit dem Album-Opener „Cedar“ (geschrieben am gleichnamigen Lieblingsstrand in New York des deutschen Bassisten) aufgebaut wird, durchgängig atmosphärisch durch die gut eine Stunde andauernde Musik reist, in der Bassist Berkmann zwar der Reiseleiter ist, Saxophon, Gitarre, Piano und Schlagzeug aber keinesfalls zu kurz kommen.
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Inspiriert durch die Rock-Platten-Sammlung seiner Schwester in den traumhaften bayrischen Alpen, entdeckte Berkmann nach Hendrix, The Red Hot Chili Peppers und Nirvana die Musik für sich – aber nicht mit der E-Gitarre, sondern dem Kontrabass an dem er improvisierte und über München nach Berlin bis hin zu New York studierte, um nach seiner Rückkehr nach Berlin mit den SCOPES zwei lobenswerte Alben aufzunehmen.
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Solistisch unternimmt der Bassist nun seinen ersten Versuch mit „Journey“, wobei er zusätzlich Schlagzeuger, Gitarristen, Pianisten und Saxophonisten lud – um in dieser Quintett-Besetzung unter seinem Namen sein erstes eigenes Album zu veröffentlichen, das nunmehr aus bereits zweieinhalb Jahre alten Studio-Aufnahmen, die im polnischen Lubrza – so gesehen 'Live im Studio' – eingespielt wurden, besteht.
Zu dem, was aus dieser Zusammenarbeit entstand, stellt Berkmann selber fest: „Vom Genre her würde ih es als modernen Jazz bezeichnen, aber ich passe nicht wirklich in diese Schublade des zeitgenössischen Jazz – manchmal zu melodisch, zu groovig. Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob es experimentell genug ist – es ist einfach die Musik, die sich für mich natürlich anfühlte, als ich sie schrieb.“
Aber klar doch ist das Modern Jazz, eben beschwingter, recht harmonisch und mitunter groovend und sich eingängigen Melodiebögen öffnend. Sogar Funk- und Blues-Momente gibt’s hierbei zu entdecken, welche die New Yorker Lebensaura des Bassisten in sich tragen („Turnover“, „Smalls Special“) oder das deutlich von den Beatles inspirierte „Strings Attached“. Jazz eben, der einen unterhält und den man in entspannten Situationen, durchaus auch zu einem schönen Abendessen oder Frühstück herausholen kann, um seinen Tag eben akustisch schön, aber nicht zu gradlinig und linear, zu beginnen oder zu beenden.
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FAZIT: Auf seinem dem Modern Jazz huldigenden, aber auch deutlich eingängigeren (Pop-)Einflüssen offenen „Journey“-Album wird der Jazz-Bassist TOM BERKMANN in Quintett-Besetzung (Gitarre, Piano, Schlagzeug, Saxophon) zum Reiseleiter für alle Freunde des Jazz, der mehr auf Harmonie als experimentellen Klang und ausufernde Improvisationen setzt. Und darum hat er auch für alle, die sich ihm gerne als musikalische Reisebegleiter anschließen wollen, eine klare 'Reisebeschreibung': „Für mich ist Musik etwas für den Zuhörer – ich versuche nicht, eine Botschaft zu vermitteln: Legen Sie einfach die Platte auf, träumen Sie vor sich hin und machen Sie Ihre eigene Erfahrung daraus.“
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.03.2024
Tom Berkmann
Carl Morgan
Simon Seidel
Fabian Rösch
Ben Kraef (Tenor Saxophon)
Whirlwind Recordings
65:27
24.11.2023