<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/5c718f257e9d443899e162ed9793509f" width="1" height="1" alt=""> Sicher, man kann angesichts der Tatsache, dass TRANSATLANTIC erst im vergangenen Jahr den umfangreichen Konzertmitschnitt "The Final Flight: Live At L'Olympia" veröffentlichten, die Augen verdrehen, nun da ein weiteres Livealbum erscheint. Andererseits markieren die beiden für "Live at Morsefest 2022: The Absolute Whirlwind" aufgenommenen Shows einen besonderen Anlass mit nicht alltäglichen Setlists - und die Performance der Prog-Rock-Supergroup ist abermals nichts weniger als spektakulär, zumal jeder weiß, der sie mehrmals auf der Bühne gesehen hat, dass sie ihre Lieder an keinem Abend genauso performt wie am vorigen oder nächsten.
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Der Konzertfilm (kurz abgefrühstückt: unaufgeregt gefilmt, aber der Dramatik der waghalsigen Musik gerecht werdend) entstand beim neunten von Sänger/Gitarrist/Keyboarder Neal Morse in Nashville/Tennessee ausgerichteten Morsefest im April 2022 und umfasst zwei Sets, die jeweils den Alben "The Whirlwind" (2009) und "The Absolute Universe - The Ultimate Edition" (2021) gewidmet sind. Überschneidungen mit dem 2023er Livealbum gibt es also allenfalls in der zweiten Hälfte, und selbst hier offenbaren sich im direkten Vergleich Unterschiede, auf die im Detail einzugehen hier den Rahmen sprengen würde.
Darüber hinaus ist die Atmosphäre nicht mit jener in Paris zu vergleichen, und es kommt zu einzigartigen Ereignissen wie der erstmaligen Aufführung des Procol-Harum-Covers 'In Held ('Twas) In I' - weitere Tracks des Transatlantic-Debüts "SMPTe" (2000) wurden zu einem erwartbar eindrucksvollen Medley verquirlt - sowie dem Einsatz eines Chors und einer Streichergruppe. Der Sound ist deutlich satter als jener von "The Final Flight", und die Debüt-Ballade 'We All Need Some Light' hat die Band für meinen Geschmack auf keinem ihrer Livealben so ergreifend dargeboten. Die zwei 2014er "Kaleidoscope"-Höhepunkte 'Into the Blue' und 'Shine' runden die wahrlich über-epische Darbietung ab.
FAZIT: TRANSATLANTIC ergehen sich weiterhin in Superlativen. Davon abgesehen, dass man sich schon nach dem letzten Studioalbum fragte, wie man das alles noch überbieten könne, setzt das 5CD/2Blu-Ray-Set "The Absolute Whirlwind" Maßstäbe in puncto Livealben und zeigt im Übrigen eine Band aus Freunden, die mit der Zeit immer nur noch besser wird. Wer selbst mit Variationen von bekanntem Material unterhält, berührt und auf die Folter spannt, kann seine Veröffentlichungspolitik gar nicht infrage stellen lassen. Mehr Weltklasse-Prog-Rock geht nicht!
Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.04.2024
Pete Trewavas
Neal Morse, Pete Trewavas, Ted Leonard, Roine Stolt, Mike Portnoy
Ted Leonard, Roine Stolt, Neal Morse
Ted Leonard, Neal Morse
Mike Portnoy
Inside Out / Sony
264:32
26.04.2024