Nein, die Innovation vor dem Herrn (oder eben seinem Gegenspieler) liefern die Italiener TULPA eher nicht ab. Das bedeutet aber nicht, dass sich ihr von minimalistischen Crust-Einflüssen gesprenkelter Black Metal nicht hören lassen kann.
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Es gibt gefällige Gitarrenmelodien, die zügig zünden (u.a. in „Healing“), der klangliche Tau friert sich dezent an den Instrumenten fest und auch stimmlich macht Alessandro Coletta eine ordentliche Figur.
Post-metallische Elemente sind dabei genauso willkommen, wie die punkige Kruste, sodass Nummern wie der Titeltrack mit ihrem schwerfälligen Charakter von Melancholie gefallen. Vor allem weil das Gitarrenspiel erste Sahne ist.
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Das gilt, bis auf den Mangel an Eigenständigkeit, für sämtliche Musiker dieser Band. Das einzige weitere Manko von „Temple Of Wounds“ ist die wiederkehrende Tendenz gen Eintönigkeit. Ab und an wirkt es ein wenig so, als würden TEMPLE OF WOUNDS ihre eigenen Ideen recyceln. Das ist beileibe keine Schande, denn die Musiker können spielen, die Stimme klingt aufgescheucht und krächzbrüllt in passender Manier zu den melodischen Black Metal-Versatzstücken.
Die grundsätzliche Gefälligkeit von „Temple Of Wounds“ ändert aber nichts daran, dass sämtliche Elemente dieses Albums bereits im Musikäther der Black Metal-Szene existieren, was wiederum die Frage nach der generellen Brauchbarkeit so mancher Alben aufwirft. Aber sei’s drum…
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FAZIT: …unterm Strich liefern TULPA mit „Temple Of Wounds“ ein ansehnliches und gut hörbares Schwarzmetall-Werkstück ab, das jedoch keinen Innovationspreis abstauben wird. Das ist im Black Metal aber auch nicht zwingend das Ziel. Gutes Album!
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.06.2024
Matteo Cordani
Alessandro Coletta
Alessandro Coletta, Kyoo Nam Rossi
Tomaso Fontanini
Folter Records
47:09
28.03.2024