Kurz vor Weihnachten begehen die Italiener von EPITAPH den „Path to Oblivion“. Und dieser Pfad führt hinab in dramatische Untiefen klassischen Doom Metals, der mit einer Abgebrühtheit feilgeboten wird, sodass die Jahrzehnte lange Erfahrung der Band (in ihren Ursprüngen existiert die Truppe bereits seit 1988) durchaus herauszuhören ist.
Neben klassischer Schneckenmusik wissen die Herren aber mit manch kleiner Wendung zu gefallen (u.a. nachzuhören in „Condemned To Flesh“) und scheuen dabei auch vor einer horrorartigen Atmosphäre nicht zurück (das Babyheulen am Ende des Stücks).
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„Nameless Demon“ stapft im Anschluss derart klassisch im epischen Doom-Metal-Gewand daher, dass die unheimliche Atmosphäre zwangsläufig an die Genre-Platzhirsche von CANDLEMASS denken lässt, wobei sich in Sachen Stimmung natürlich auch BLACK SABBATH aufdrängen.
Trotz dieser scheinbaren Idealisierungen, erschaffen EPITAPH in Stücken wie „Voices Behind The Wall“ Genre-Kleinode dramatischen Auswuchses, ohne die Kraft des Riffs schleifen zu lassen. Das beweisen sie u.a. auch in der, von Keyboard-Schaurigkeiten durchdrungenen, zweiten Songhälfte.
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Glockengeläut und Krähenschreie eröffnen „Kingdom Of Slumber“, das sich zunächst reduziert voranschleppt und erneut CANDLEMASS-Vibes versprüht (der Gesang). Die minimal instrumentierten Strophen kriechen schauerlich schön in den Kopf und in der Mitte bäumt sich der Refrain regelrecht auf, sodass der eine oder andere wohlige Schauer nicht ausbleibt.
Das Finale „Fall From Grace“ gewinnt, dank raffinierter Melodik, zunehmend an Intensität und gefällt mit stoischem Rhythmus, der immer wieder von basslastigen Breaks aufgebrochen wird, ohne dass die allgegenwärtige Schwere abhandenkommt.
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FAZIT: EPITAPH servieren mit „Path to Oblivion“ einen echten Doom-Metal-Leckerbissen, der von seiner dunklen Atmosphäre lebt und für Fans des Genres definitiv einen Anlauf wert ist. Das variable Songwriting gestaltet die Chose alles andere als monoton und die übergreifende Stimmung vermag durchaus unter die Haut zu gehen. Daher darf der einschlägige Genre-Enthusiast gerne noch einen Zähler zur Wertung hinzufügen.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.02.2025
Nico Doominus Murari
Ricky Dal Pane
Lorenzo Loah Loatelli
Ricky Dal Pane
Mauro Tolly Tollini
My Kingdom Music
41:05
20.12.2024