PITSHOT servieren klassischen Deutschrock mit leichter Tendenz gen Punk. Dabei lebt die Musik auf „Zerrissen“ von einer Attitüde von Gemeinschaft, zeigt aber auch eine grobe Stimmung zwischen Straße und Lebemann-Haltung.
Dementsprechend gehen Ohrwürmer wie die Freundschaftshymne „Ans Ende dieser Welt“ melodisch rau und flott ans Herz und das TOXPACK-Feature „Chaos und Wahnsinn“ besticht mit griffigen Gitarrenmelodien und einer leicht nostalgischen Note, welche die Liebe zur Gemeinschaft unterstreicht.
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Musikalisch setzten die Niedersachsen bisweilen auf Abwechslung, ohne ihren klar umrissenen Genre-Rahmen zu überschreiten.
„Die Welt zerbricht“ wartet z.B. mit einem sehr melodischen Refrain auf, was die riffbetonten Strophen gleich noch ein klein wenig kantiger erscheinen lässt.
Die balladeske Selbstkrise „Ich kann mich selbst nicht verstehen“ atmet derweil ein wenig BÖHSE ONKELZ-Luft, ohne abzukupfern und „Lass mich los“ bietet die musikalische Therapie in einer gescheiterten Beziehung.
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Dabei sind die Themen, die PITSHOT in ihrer Musik ansprechen, kaum unbekannt, aber die Musiker haben ein Händchen für Ohrwürmer, die auch mal ans Herz gehen, ohne allzu weinerlich oder gar verzweifelt zu klingen.
Der genretypische Pathos mündet in „Scherben“ in einen ebenso typischen Mutmacher, der sich schnell im Ohr einnistet, während „Vom Teufel verstossen“ mit unbekümmertem Drive gefällt und sich, zum Thema passend, schnell als potenzieller Live-Kracher herausstellt. Gleiches gilt für die Alkohol-trifft-Liebeskummer-Hymne „Immer weiter“, nach der (zum Glück) die Erkenntnis bleibt, dass das Leben doch seine schönen Seiten hat.
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Warum sonst sollten PITSHOT im Finale 'für das Leben brennen'?
Mit textlichen Botschaften über den Chaos-Zustand der Gesellschaft, halten die Musiker die Fahne für Selbstbestimmung, Freiheit und Gemeinschaft hoch. Dabei pendelt der Song zwischen Dringlichkeit und positiver Attitüde, die dazu aufruft, sich selbst treu zu bleiben, womit „Zerrissen“ ebenso knackig wie genretypisch endet.
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FAZIT: PITSHOT gefallen auf „Zerrissen“ durch ein Händchen für Dynamik und grasen den Garten der Emotionen einmal komplett ab. Von persönlicher Krisenbewältigung bis hin zu einem Lob auf Gemeinschaft und Kritik an den Zuständen der Gesellschaft ist hier alles dabei. Gleiches gilt für die Musik, die von hart bis zart alle gängigen Register des Genres zieht und damit eine gute Figur macht.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.12.2025
Smith & Miller Records
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