Wtf!?!? 14 Punkte für ein blödsinniges dicke-Hose Crossover-Album? Ja! Und dafür gibt es diverse Gründe. Angefangen bei der unverschämt hitverdächtigen Eingängigkeit aller (!) Tracks auf „Das Weiße Album“, bis hin zur herrlich charmanten „Scheiß-drauf-Attitüde“ von THE BUTCHER SISTERS, die es sogar fertig bringen eine Electro-Dancefloor-Hymne wie „Barsch“ mit komplett sinnfreier Lyrik aufzuwerten.
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Nun ist Humor sicherlich Geschmacksache, ebenso wie Musik, daher dürfte dieses Album vor allem polarisieren, aber das soll dem Club-affinen Modern-Metal-Core-Allerlei nicht seine Klasse absprechen. Stücke wie „Bauchtasche“ oder „Aperol“ feuern die textliche Fantasie ebenso an wie diverse Lebensmittelliebeserklärungen („TK-Pizza“, „Der Nudelsong“) tatsächlich infantile Textgestaltung mit nachhaltigem Humor paaren und obendrein anhaltend im Ohr herumspuken.
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Grund dafür sind die dynamischen Songaufbauten, die zwar alles andere als komplex, geschweige denn instrumental großkotzig ausfallen, dafür aber maximal mitreißen. Disco-Tanzflächen-Rockfeger mit fett groovenden Gitarren und Geschrei werden wie selbstverständlich an eine cheesige Piano-Rockballade, inklusive Liebeserklärung an den eigenen fahrbaren Untersatz („Mein Stern“) angeschlossen, ehe „Baggersee“ den Partymodus wieder aufs Maximum aufdreht.
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Dabei beweisen THE BUTCHER SISTERS stets Humor und Finesse gleichermaßen, denn sie verpacken plakativ-simple Alltagsgeschehnisse in mitreißende Ohrwürmer, die stets feucht-fröhlich dem maximalen Stimmeinsatz der geneigten Fans frönen.
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Die abschließende Epic Metal-Parodie „Drachentöter“ kommt passenderweise mit einem EQUILIBRIUM-Feature um die Ecke und beendet „Das Weiße Album“ als überreizter Modern Metal/Power Metal/Epic Metal-Crossover-Track der epische Chöre mit EDM und Rap verbindet und trotz aller Traditionalisten-Allergie bestens funktioniert.
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FAZIT: 12 Punkte für die Musik plus einen Punkt für die Attitüde und einen weiteren Punkt für die Dreistigkeit: THE BUTCHER SISTERS inszenieren „Das Weiße Album“ bewusst übertrieben, reizen alle vorhandenen Genre-Kontraste fast bis zum Erbrechen aus und pissen damit auf jegliche Vorstellung von Genre-Reinheit. Damit soll das Album wohl auch bewusst provozieren, parodieren und aufregen, was aber nichts daran ändert, dass hier ein Hit nach dem anderen abgefeuert wird und diese knappe Dreiviertelstunde Musikblödsinn kurzweiliger kaum sein könnte.
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Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.02.2025
Amazing Alex, Sonic Stroppo, Danger Dave, Magic Manuel
Danger Dave, Magic Manuel
Kai Richler
Arising Empire
42:24
17.01.2025