Japans ENVY zeigen sich auf ihrem achten Album „Eunoia“ nah am Wasser gebaut und vereinen Elemente aus Post-Rock, Hardcore, Screamo und Shoegaze zu einem musikalischen Auf und Ab der Gefühle.
Ruhe und Sturm liegen auf diesem Album stets nah beieinander, wobei die oftmals in japanischer Sprache gesprochenen Vocals anfangs etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen können. Die Musik dagegen erinnert vielfach an die Genre-Zugpferde ALCEST, wobei die Aggression des Hardcore vor allem im Gesang zutage tritt.
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Das monochrom gestaltete Artwork von „Eunoia“ suggeriert Gefühle wie Einsamkeit und das Gefühl des Identitätsverlusts innerhalb der eigenen Existenz. Dass da auch mal hinter den Regentropfen nach Antworten gesucht wird („Beyond the Raindrops“), verwundert ebenso wenig wie die melancholische Stimmung überrascht.
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Überhaupt liegt speziell in der Gitarrenarbeit auf diesem Album eine Menge Potenzial für Tränen und Einsamkeit. Wenn es aber doch mal ruppiger zugeht (u.a. in „Whiteout“), dann drängen ENVY auch mit leicht lärmendem Gitarrenton voran.
Für die Dynamik des Albums ist außerdem das Schlagzeugspiel zu einem Großteil mitverantwortlich. Denn die Figuren von Hiroki Watanabe sind, mehr als einmal, viel mehr als bloße Takt- und Tempovorgaben (nachzuhören u.a. im stoischen Melancholiker „Lingering Echoes“).
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FAZIT: Wenn auch die abgehackte Art des Gesangs ab und an eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordert, ist ENVYs „Eunoia“ unterm Strich ein emotional aufgeladenes Album, das die Gefühlswelt zwischen Verzweiflung, Trauer, Aufbruchsstimmung und Hoffnung spannend vertont. Der vielfach gesprochene Gesang dürfte aber, so passend er auch erscheint, für manchen Hörer eine Herausforderung sein.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.01.2025
Manabu Nakagawa
Tetsuya Fukagawa
Nobukata Kawai, yOshi, Yoshimitsu Taki
Hiroki Watanabe
Pelagic Records
30:11
11.10.2024