Das Bild eines weinenden Raben hat etwas von gebrochenem Stolz oder auch davon, dass die Last des Lebens jeden Geist irgendwann zermürbt. Kein Wunder also, dass CHALICE OF SUFFERING auf „The Raven Cries One Last Time“ keinen musikalischen Sonnenschein verbreiten.
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Stattdessen steht grabesschwangerer Doom Metal auf dem Programm. Düster und tieftraurige Melodien inklusive. Aber bereits mit dem Opener „Another Night in Pain“ zeigen die Musiker, dass sie nicht nur auf metallische Schwere setzen, denn der Einstieg in das Album fällt komplett unmetallisch aus und intoniert den fatalistischen Ton der Rabentrauer mit atmosphärischen Keyboards und klaren Gitarren.
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„In the End…“ nimmt das rifflastige Zeitlupen-Leiden der folgenden Stücke vorweg und präsentiert die Kernkompetenz von CHALICE OF SUFFERING – Funeral Doom Metal – in bekannter Genre-Manier, ohne etwaige Ausreißer-Momente bereitzuhalten.
Erste markante Schritte raus aus der Komfortzone des Genres folgen erst in „Fading Memories“. Denn hier kommt der (zuvor eher dezent eingesetzte) Dudelsack besser zur Geltung und darf die traurigen Melodien mitgestalten. Dadurch entsteht eine Atmosphäre zwischen archaischem Schmerz und stolzer Begräbnisstimmung.
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Die verzweifelten Schreie bleiben derweil die einzigen Ausreißer in dem Stück, das ansonsten bedrückende Schwere und Melancholie in Reinform exerziert.
Dass „I Don’t Want to Fight“ und „The Raven Cries“ diesen Faden ohne nennenswerte Abstriche oder Aufwertung fortführen, passt zur konsistenten Stimmung des Albums, wenngleich der Eindruck entsteht, dass die musikalische Geschichte von „The Raven Cries One Last Time“ vielleicht schon ein, zwei Songs vorher auserzählt ist.
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FAZIT: CHALICE OF SUFFERINGs „The Raven Cries One Last Time“ weiß die Sonne im Nu zu verdunkeln und gräbt sich als Soundtrack für Trauerweidenschunkler durchaus einige Male ins Herz. Allzu markant fällt das Songwriting derweil nicht aus und daher ist die Trauer auch nur von kurzer Dauer. Da lässt es sich mit Artverwandten wie SWALLOW THE SUN und MY DYING BRIDE oder auch HALLATAR ergreifender leiden.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.08.2026
Neal Pruett
John McCovern
Will Maravelas, Nikolai Velev
Nikolai Velev
Aaron Lanik
Kevin Murphy (Dudelsack)
My Kingdom Music
55:51
20.03.2026